EU aktiviert Energie-Krisenstab
Spritpreise immer teurer: „Schlicht und ergreifend Abzocke“
Aktualisiert am 03.03.2026 – 10:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Lage im Nahen Osten wirkt sich deutlich auf die deutschen Tankstellen aus. Die Preise für Benzin und Diesel steigen massiv. Experten warnen vor weiteren Erhöhungen. Aus der Politik kommt scharfe Kritik an den Mineralölkonzernen.
Die Preise für Benzin und Diesel sind am Montag weiterhin stark gestiegen. Laut ADAC kostete der Liter Super E10 am Nachmittag 7,3 Cent mehr als noch am Freitag vor der Eskalation. Diesel verteuerte sich sogar um 8,1 Cent – damit steuert der Kraftstoff auf den höchsten Stand seit 2023 zu.
Schon am Sonntag erreichten die Preise den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2024. Allerdings wirkte das Plus von 1,5 Cent am Wochenende im Vergleich zum Montag noch verhalten.
Eine schnelle Entspannung an den Zapfsäulen bleibt aus. ADAC-Experte Christian Laberer warnt: „Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten.“ Erst mittelfristig keimt Hoffnung: Die OPEC+ will mehr Öl fördern – vorausgesetzt, die Lage am Golf beruhigt sich.
Das Tempo an der Zapfsäule führt zu großer Wut den Verbrauchern. Experten nennen es den „Rakete-und-Feder-Effekt“: Die Preise schießen wie Raketen hoch, sinken aber nur langsam wie eine Feder. Laberer erklärt: „Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger.“
Die SPD übt scharfe Kritik an den Mineralölkonzernen. Esra Limbacher, Sprecher des Seeheimer Kreises im Bundestag, nennt die Preisentwicklung „schlicht und ergreifend Abzocke“.
Limbacher stellt klar, dass der Treibstoff in den Tanks längst zu alten, niedrigen Preisen eingekauft worden sei. „Es ist inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden“, kritisiert der SPD-Politiker. Sein Fazit: Wer steigende Weltmarktpreise sofort an die Verbraucher weitergibt, müsse sie bei fallenden Kursen ebenso zügig senken.
Unterdessen bereitet sich Brüssel auf weitere Folgen des Konflikts vor. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen beruft infolge der Entwicklungen einen Energie-Krisenstab ein. Dieser soll Reaktionen auf rasant steigende Öl-, Sprit- und Gaspreise planen.











