Tankstellen im Burgenland
Effekt von Spritpreisbremse verpufft an einem Tag
Aktualisiert am 04.04.2026 – 01:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Österreich will Autofahrer mit einem Zuschuss von zehn Cent pro Liter entlasten. Doch offenbar hilft das wenig bei den Preisen.
Seit 1. April greift in Österreich eine staatliche Spritpreisbremse, die Diesel und Benzin um etwa 10 Cent pro Liter vergünstigen soll. Doch der Effekt scheint kaum Wirkung zu haben. Die Bundesregierung will durch eine Senkung der Mineralölsteuer (5 Cent) und eine Begrenzung der Gewinnmargen von Mineralölunternehmen bei stark steigenden Preisen helfen.
Wie die „Krone“ nach einer Beobachtung von vier Tankstellen im Burgenland berichtet, ist der Dieselpreis zwischen Mittwoch und Freitag im Schnitt bereits um acht Cent gestiegen – obwohl die Spritpreisbremse am Donnerstag um 12 Uhr in Kraft getreten war. An einer Tankstelle in Neusiedl am See blieb von der Förderung über Nacht rechnerisch nur noch ein Cent pro Liter übrig.
Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel der OMV-Tankstelle in Neusiedl am See: Am Mittwoch kostete ein Liter Diesel dort 2,299 Euro. Nach Einsetzen der Spritpreisbremse hätte eine 50-Liter-Füllung rund fünf Euro weniger gekostet. Am Karfreitag-Nachmittag stieg der Preis jedoch auf 2,289 Euro, womit der staatliche Zuschuss beim Volltanken auf 50 Cent zusammenschmolz. Den stärksten Anstieg verzeichnete die Landeshauptstadt Eisenstadt mit einem Plus von elf Cent.
Hintergrund der Preisbewegungen ist laut Christian Frasz vom Verkehrsclub ARBÖ Burgenland die Abhängigkeit vom Weltmarkt. „Wenn Trump sagt, dass der Krieg im Iran bald zu Ende ist, sinken die Preise auf den Märkten in Rotterdam, an die wir gebunden sind“, erklärte er. „Und wenn Trump sagt, nein, doch nicht, dann steigen sie. Wir sind beim Spritpreis der Weltpolitik ausgesetzt.“
Seit die Straße von Hormus in den Fokus gerückt ist, hat sich eine 50-Liter-Dieselfüllung in Österreich um rund 35 Euro verteuert. Der burgenländische Energiehandel warnt unterdessen vor Versorgungsengpässen: „Es ist zu wenig Ware am Markt. Viele kriegen nichts mehr. Und manche sind schon leer. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr da.“ Kleinere Tankstellen könnten das nach Einschätzung des Handels nicht überleben.
Die deutsche Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) plädierte in der „Rheinischen Post“ für kurzfristig wirksame Instrumente. Dabei stellte sie sich hinter die Idee eines „flexiblen Preisdeckels, der extreme Ausschläge an der Zapfsäule verhindert“. Auch die Forderung nach einem Tempolimit zum Spritsparen wird lauter.
Um die seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel unter Kontrolle zu bringen, hatte die schwarz-rote Koalition diese Woche das sogenannte Österreich-Modell eingeführt. Seit 1. April dürfen die Preise an den Tankstellen nur einmal pro Tag um 12.00 Uhr Mittag erhöht werden. Das hat aber den Preisanstieg auf breiter Front nicht gebremst. Der ADAC meldete an Karfreitag erneut einen Rekordpreis für Diesel. Ein Liter kostete demnach zuletzt im Tagesdurchschnitt 2,346 Euro.












