
Millionen-Coup in Gelsenkirchen
Schlauch führte bis zur Damentoilette
16.01.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach dem spektakulären Sparkassen-Einbruch stehen die Ermittler noch immer vor vielen offenen Fragen. Neue Details geben einen Eindruck von der minutiösen Planung der Tresorknacker.
Nach dem spektakulären Bankeinbruch in Gelsenkirchen kommen immer mehr neue Details zu dem mutmaßlichen Vorgehen der Einbrecher ans Licht. Wie das Nachrichtenportal „Focus Online“ unter Berufung auf Tatortfotos berichtet, ließen die Kriminellen Teile ihres Materials zurück. So stellten die Ermittler wohl eine Schlauchkonstruktion sicher, mit der die Täter den Bohrer gekühlt haben.
Laut dem Bericht haben die Einbrecher dafür einen Schlauch von der Damentoilette aus bis zu dem Archivraum gelegt. Von hier aus bohrten die Einbrecher ein 40 Zentimeter großes Loch in die Wand zum Tresorraum und drangen zu den Schließfächern vor.
Bei dem Einbruch haben die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden – bemerkt wurde der Coup am 29. Dezember. Die Polizei hat inzwischen 230 Beamte nur für diesen Fall abgestellt – er gilt als einer der größten Kriminalfälle in der Geschichte des Landes NRW.
Die Ermittler stehen nach wie vor mehreren offenen Fragen, etwa wieso die Einbrecher den Alarm der Sparkasse nicht ausgelöst haben. Die Polizei geht davon aus, dass die Einbrecher durch eine eigentlich verschlossene Fluchttür vom Parkhaus neben der Sparkasse in das Bankgebäude gelangt sind – die Tür war schon im Vorfeld so manipuliert worden, dass sie nicht richtig schloss.
Laut Informationen des „Spiegel“ haben die Einbrecher die Bewegungsmelder im Treppenhaus wahrscheinlich abgeklebt. Zu dem Parkhaus verschafften sie sich wohl mit einer Chipkarte Zutritt – offen ist, woher die Ganoven die Karte hatten.
Zuletzt war darüber spekuliert worden, ob die Täter Hilfe von einem Insider hatten. Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte, dieser Frage müsse man nachgehen – es gebe aber noch keinen konkreten Verdacht.











