
Nach Einbruch in Gelsenkirchen
Sparkassenchef weist Vorwürfe zurück
11.01.2026 – 20:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Erstmals nach dem spektakulären Bankraub äußert sich der Chef der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen. Er sieht seine Bank trotz möglicher Schadensersatzforderungen nicht gefährdet.
Nach dem Bankeinbruch mit mutmaßlich dreistelligem Millionenschaden hat der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gelsenkirchen Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen zurückgewiesen. Die Filiale mit dem Schließfachraum sei „nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert“ gewesen, sagte Sparkassenchef Michael Klotz im Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). Den Tätern sei es dennoch gelungen, mehrere voneinander unabhängige Sicherungen zu überwinden. „Wie das möglich war, ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen“, erklärte er.
In dem ausführlichen Interview stellte sich Klotz erstmals seit Bekanntwerden des Einbruchs auch kritischen Nachfragen zum Tathergang und zu möglichen Schwachstellen. Zu einzelnen Sicherungsmaßnahmen wollte er sich jedoch nicht äußern. „Es verbietet sich, zu Sicherheitstechnologien öffentlich Stellung zu nehmen, wenn man ein Höchstmaß an Sicherheit haben will“, sagte er. Zugleich betonte Klotz: „Klar ist jedenfalls, dass die Sicherheitsvorkehrungen auf dem anerkannten Stand der Technik und aktuell waren.“
Nach seinen Angaben hat die Sparkasse in den vergangenen zwei Jahren die Alarm- und Brandmeldetechnik im Gebäude erneuern lassen. Im relevanten Zeitraum habe es zwei Brandmeldealarme gegeben. Einer am 27. Dezember habe Polizei und Feuerwehr in die Filiale geführt, ohne dass etwas festgestellt worden sei. Ein weiterer Alarm am 29. Dezember habe schließlich zur Entdeckung der Tat geführt. „Es war schon immer ein Wettlauf zwischen Sicherungstechnik und Kriminellen“, sagte Klotz.
Unbekannte Täter hatten sich Ende Dezember über ein benachbartes Parkhaus Zugang zu dem Gebäude verschafft und ein großes Loch durch eine Betonwand in den Tresorraum gebohrt. Fast alle der rund 3.250 Kundenschließfächer der Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Nach einer ersten Schätzung ging die Polizei von einem Schaden im mittleren zweistelligen Millionenbereich aus, inzwischen halten Ermittler auch einen dreistelligen Millionenbetrag für realistisch.
Rund 3.000 Kunden sind betroffen. Nach Informationen der WAZ ließen die Täter zahlreiche Wertgegenstände im Tresorraum zurück – darunter auch besonders auffällige Stücke wie hochwertige Rolex-Uhren, die eine eindeutige Kennung haben könnten. Klotz bestätigte, dass „nicht alles mitgenommen“ worden sei. „Das ist ein riesiger Berg“, sagte er mit Blick auf die zurückgelassenen Gegenstände. Diese würden nun gemeinsam mit der Polizei und unter notarieller Begleitung gesichtet und dokumentiert, um sie den Kunden wieder zuzuordnen.











