„Ergebnisoffene Diskussion“
„Mini-Meiler“ in Bayern? Das sagt die Staatsregierung
19.03.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Günstigen Strom mit kleinen Reaktoren, so lautet ein Vorschlag von Bayerns Ministerpräsidenten. Nun liegt auch eine Einschätzung des Wirtschaftsministeriums vor.
Günstigen Strom in Bayern erzeugen, mit Technologie, die zukunftssicher ist: Das ist der Wunsch von Markus Söder (CSU). Der bayerische Ministerpräsident hat wiederholt betont, dass der Ausstieg aus der Atomkraft ein Fehler gewesen sei und für „technologieoffene“ Optionen geworben – so etwa Kernfusion und zuletzt „Small-Modular Reactors“, die er als „Mini-Meiler“ oder „Mini-Akw“ bezeichnete.
Experten hingegen sind skeptisch, was das Thema angeht: zu teuer, zu aufwändig und zu langwierig, so das gängige Urteil. Sie sagen: Geld in entsprechende Anlagen in Bayern zu investieren, ist eine Fehlentscheidung. Auf der Politik lastet allerdings Druck, die Rohstoffkrise zu lösen: Hohe Spritpreise, steigende Kosten beim Heizen und leere Gasspeicher sind Anlass für Sorge. Nun äußert sich auch die bayerische Staatsregierung.
Bereits im Februar stellte die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag eine schriftliche Antwort an die Staatsregierung, deren Antwort auch der Münchner Lokalredaktion von t-online vorliegt. Die Fraktion stellte dabei mehrere Fragen und wollte unter anderem wissen, wie wirtschaftlich Söders Vorhaben wäre und wie konkret die Pläne sind.
Die Antwort zeigt: Noch gibt es kein konkretes Vorhaben. Das bestätigt die Staatsregierung, die auf eine „ergebnisoffene Diskussion“ hinweist. Gleichzeitig wird das zentrale Argument des CSU-Chefs betont: Ein „technologieoffener Ansatz“ fördere den Wettbewerb. Daraus ergebe sich laut Staatsregierung „ein echter Wettstreit um die technisch beste Lösung“. Heißt: mehr Wettbewerb zu besseren Produkten und niedrigeren Preisen.
Bis dato wurde noch nicht untersucht, ob die „Mini-Meiler“ wirtschaftlich und technisch umsetzbar sind, gibt die Staatsregierung an. Auch soll es bislang keine deutschen Unternehmen geben, die ihr Interesse geäußert haben. Martin Stümpfig, der Sprecher für Energien der Grünen Landtagsfraktion, kritisierte die Idee des Ministerpräsidenten und warf ihm vor, die „Mini-Meiler“ würden „keinen Beitrag zur Energieversorgung leisten.“
Bayern brauche stattdessen den „konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähiger Stromnetze und Batteriespeicher“, so Stümpfig. Auch unter Experten ist die vorherrschende Meinung, dass der Ausbau erneuerbarer Energien – allen voran Wind und Solar – deutlich kostengünstiger und damit effektiver ist als Investitionen in unerprobte Technologien.












