Vorgabe für Schulen
Bayern führt die Hymnenpflicht ein
06.05.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Bayern schreibt die Hymnenpflicht bei Schulentlassfeiern fest. Drei Lieder stehen zur Auswahl: das Bayern-Lied, die deutsche Nationalhymne und die Europa-Hymne. Eine davon ist unverzichtbar.
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder bestimmt im Freistaat die Politik. Und nun auch die Gestaltung der Abschlussfeiern an Bayerns Schulen. Ab dem kommenden Schuljahr greift dort die Hymnenpflicht.
So steht es in einem Erlass des bayerischen Kultusministeriums an die weiterführenden Schulen. Die CSU hatte auf ihrem Parteitag im vergangenen Dezember einstimmig für die Hymnenpflicht gestimmt. Der Antrag war von der Jungen Union eingebracht worden. Söder erklärte dazu, das gemeinsame Singen schaffe „Identität“ und diene dem „Teambuilding“.
Zur Auswahl steht demnach künftig das Bayern-Lied, die deutsche Nationalhymne sowie die Europahymne. Zwei Lieder müssen gesungen werden. Festgeschrieben für die Schulentlassfeiern ist aber allein die Bayern-Hymne. „Wir bekennen uns zu unserem Land, wir stehen zu unserem Land, und wir lieben auch unser Land“, so Söder. Darüber hinaus haben die Schulen die Wahl, ob sie zusätzlich die deutsche Nationalhymne oder die Europa-Hymne singen lassen.
Die Bayern-Hymne mit den Anfangszeilen „Gott mir Dir Du Land der Bayern“ geht auf das Jahr 1860 zurück. Seit 1951 ist sie die offizielle Hymne des Freistaats. Um ein Heimatgefühl zu vermitteln, sei es „selbstverständlich“, dass Schülerinnen und Schüler zumindest einmal im Jahr die drei Hymnen singen sollten, so Schröder. „Diese Identität ist wichtig. Ein Volk ohne Patriotismus ist wie ein Volk ohne Seele“, so der CSU-Chef.
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Nicht alle in Bayern sehen das so. Die Lehrerverbände bremsten. In einer gemeinsamen Stellungnahme äußern der Bayerische Realschullehrerverband, der Bayerische Philologenverband und der Verband der Lehrkräfte an beruflichen Schulen zwar Verständnis für die Intention des Antrags. Doch geben die Verbände zu bedenken: „Fraglich ich ist jedoch der aufgezeichnete Weg, durch eine von oben gesetzte Verpflichtung, Fakten zu schaffen.“
Auch Bayerns Kultusministerin Anna Stolz von den Freien Wählern zeigte sich zunächst zurückhaltend. Nun soll die Hymnenpflicht kommen.











