Wo die Sonne niemals untergeht
Indianer-Oase: Hier lag das versteckte Paradies der Filmstars
Aktualisiert am 23.03.2026 – 06:30 UhrLesedauer: 3 Min.
Am Anfang war eine heiße Quelle, dann kamen die Stars und Sternchen der Zwanziger Jahre. Warum gerade dieser Wüstenort so berühmt wurde.
Stellen Sie sich eine endlose Wüste vor: staubig, heiß, still. Zwischen Kakteen und Palmen sprudelt eine Quelle – eine seltene Oase in der kalifornischen Colorado-Wüste im Westen der USA. Jahrhundertelang nutzen die Cahuilla-Indianer diesen magischen Ort zum Leben und Heilen. Sie nennen ihn „Se-Khi“, was „Ort des heißen Wassers“ bedeutet. Doch wie so oft in der Geschichte Amerikas ändert sich alles, als Siedler, Eisenbahnlinien und die Gier nach Land ins Spiel kommen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Palm Springs kaum mehr als ein Außenposten mit ein paar Sanatorien für Lungenkranke. Die trockene Wüstenluft gilt als heilend, die Weite als befreiend. Und dann geschieht etwas Unerwartetes: Hollywood entdeckt die Wüste.
Es sind die 1920er Jahre. Filmstars suchen nach Orten, an denen sie der Öffentlichkeit entkommen können – ohne die engen Studioverträge zu verletzen, die ihnen vorschreiben, nie mehr als 100 Meilen vom Set entfernt zu sein. Palm Springs liegt exakt 100 Meilen (rund 160 Kilometer) von Los Angeles im Inland, ein juristisch perfekter Rückzugsort. Und so verwandeln Schauspieler wie Clark Gable, Greta Garbo, Cary Grant und später Frank Sinatra die einstige Indianer-Oase in ein verstecktes Paradies der Filmwelt.
Hier entstehen keine protzigen Villen, sondern raffinierte, zurückhaltende Bungalows, eingebettet in Palmen, Berge und Himmel. Architekten wie Richard Neutra und Albert Frey entwerfen Gebäude, die offen, luftig und modern sind – geboren ist der „Desert Modernism“, eine Stilrichtung, die Palm Springs bis heute prägt.
Heute ist Palm Springs mehr als ein Rückzugsort für Prominente. Es ist eine Ikone der Architektur, ein Pilgerort für Designliebhaber, ein LGBTQ+-Hotspot mit Weltoffenheit und Retroflair. Die pastellfarbenen Motels, die flachen Dächer, die rosa Flamingos am Pool: Alles fühlt sich an wie eine Zeitreise in die Sechziger – und genau das macht den Reiz aus.












