Radikaler Neustart in Wolfsburg
VW zeigt erstmals den neuen Golf
05.03.2026 – 11:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Es ist das riskanteste Projekt der Konzerngeschichte: Ab 2029 muss der Golf als reines Elektroauto beweisen, dass VW die digitale Transformation beherrscht. Scheitert der Neustart, wackelt das Fundament von Wolfsburg.
Er ist mehr als ein Auto. Seit 1974 verkörpert der Golf die DNA eines ganzen Konzerns – vielleicht sogar eines ganzen Landes. Doch nun steht ihm die radikalste Zäsur seiner Geschichte bevor: Ab 2029 verabschiedet sich Volkswagen vom Verbrenner und bringt die neunte Generation rein elektrisch auf die Straße.
Gebaut im Stammwerk Wolfsburg, soll der Golf 9 technologisch Maßstäbe setzen und digitaler werden als jeder Vorgänger.
Der elektrische Golf wird auf der neuen SSP-Plattform für Elektroautos basieren, die konzernweit zum Standard werden soll. Sie ermöglicht tiefe Software-Integration, extrem schnelles Laden, hohe Reichweiten und autonomes Fahren. Die Zielwerte sind entsprechend ambitioniert: Geplant sind Schnellladezeiten von rund 15 Minuten bis 80 Prozent Akkustand und Reichweiten von bis zu 600 Kilometern.
Zugleich soll das Modell als erstes echtes „Software Defined Vehicle“ der Marke auftreten. Das bedeutet: Das Auto wird maßgeblich über Software gesteuert und kann per Update lebenslang weiterentwickelt werden. Genau hier hatte VW in den vergangenen Jahren mit Verzögerungen und Fehlern zu kämpfen. Der Golf 9 wird damit zum ultimativen Testfall für die neue Digitalstrategie des Konzerns.
Für das Stammwerk hat das Projekt eine existenzielle Bedeutung. Die Produktion des aktuellen Golf soll bereits 2027 nach Mexiko verlagert werden, um in Wolfsburg Platz für den umfassenden Umbau der Werkshallen zu schaffen.
Ende des Jahrzehnts soll die Produktion des Nachfolgers dann in der niedersächsischen Zentrale anlaufen. Damit bleibt der Golf auch künftig ein zentrales Element der heimischen Standortplanung – allerdings unter völlig neuen Vorzeichen.












