Nach aktuellem Regelwerk könnte SpaceX bereits fünf Handelstage nach dem Börsenstart in die FTSE-Indizes aufgenommen werden. Beim MSCI wäre eine Aufnahme nach zehn Handelstagen möglich, beim Nasdaq 100 nach 15 Tagen.
Warum SpaceX im S&P 500 zunächst keine Rolle spielt
Ganz anders sieht die Situation beim am meisten beachteten und wichtigsten US-Aktienindex aus. „Beim S&P 500 sehen wir genau das Gegenteil“, sagt Röhl. „Hier sind die Hürden für eine schnelle Aufnahme sehr hoch.“
Der Indexanbieter Standard & Poor’s hat nach einer Konsultation institutioneller Investoren entschieden, sein Regelwerk unverändert zu lassen. Selbst Mega-Börsengänge wie SpaceX müssen deshalb zunächst draußen bleiben.
Für eine Aufnahme muss SpaceX mindestens zwölf Monate börsennotiert sein. Außerdem muss der frei handelbare Aktienanteil – der sogenannte Streubesitz – mindestens zehn Prozent betragen. Hinzu kommt eine weitere Hürde: Das Unternehmen muss über die vergangenen vier Quartale hinweg insgesamt profitabel gewesen sein und auch im letzten Quartal vor der Aufnahme einen Gewinn ausgewiesen haben.
Wie stark SpaceX den MSCI World verändern würde
Für viele Anleger stellt sich die Frage, welchen Einfluss SpaceX überhaupt auf bekannte Indizes hätte. Entscheidend ist dabei, dass sowohl FTSE als auch MSCI nur die frei handelbaren Aktien berücksichtigen. Nicht alle Aktien eines Unternehmens fließen also automatisch in die Berechnung ein.
„Das werden etwa vier bis fünf Prozent des gesamten Unternehmens SpaceX sein“, erklärt Röhl. Selbst wenn SpaceX insgesamt mit rund 1,8 Billionen Dollar bewertet wird, zählt für die Indizes zunächst nur der kleine Teil der Aktien, der tatsächlich an der Börse handelbar ist.
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Trotzdem verdrängt die Aktie nach einer Aufnahme einen kleinen Teil der bisherigen Indexmitglieder. Weil SpaceX künftig einen Teil des gesamten „Index-Kuchens“ beansprucht, sinken die Gewichtungen aller anderen Unternehmen geringfügig. Nach Einschätzung von Röhl dürfte dieser Effekt bei rund 0,1 Prozent liegen.
Für ETF-Anleger bedeutet das: Anbieter wie iShares, Vanguard oder Amundi müssten nach einer Indexaufnahme automatisch SpaceX-Aktien kaufen, um den jeweiligen Index korrekt nachzubilden. Von einer Belastung für bestehende ETF-Anleger könne jedoch keine Rede sein.
„Am Ende sind 0,1 Prozent marginal“, sagt Röhl. Das stehe in deutlichem Gegensatz zu der Hysterie, die manche Medienberichte ausgelöst hätten. Die Vorstellung, ETF-Anleger müssten den Börsengang von SpaceX finanzieren, hält er für falsch.












