Teure Energie
Droht jetzt die nächste Inflationsrunde?
31.03.2026 – 12:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Rohstoffpreise steigen – und die Inflation folgt oft mit Verzögerung. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, was jetzt auf Verbraucher zukommen könnte.
Bleiben die Energiepreise auf dem aktuellen Niveau, dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten nicht sinken – im Gegenteil. Doch wie stark kann die Inflation überhaupt noch steigen? Eine exakte Antwort gibt es nicht. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber: Rohstoffpreise gelten als wichtiger Frühindikator für die Inflation und liefern zumindest einen klaren Trend.
Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege von HQ Trust, hat dafür Daten aus mehr als 60 Jahren ausgewertet. Er vergleicht die Entwicklung des Bloomberg Commodity Index, eines wichtigen Rohstoffindex, mit der US-Inflation (Verbraucherpreise laut Bureau of Labor Statistics). Das zentrale Ergebnis: Rohstoffpreise laufen der Inflation im Schnitt um rund fünf Monate voraus.
„Der zeitliche Vorlauf ist ökonomisch plausibel“, erklärt Kielkopf. „Steigende Rohstoffpreise erhöhen zunächst die Kosten der Unternehmen. Diese geben sie erst mit Verzögerung entlang der Wertschöpfungskette an Verbraucher weiter.“
Das Muster zeigt sich immer wieder: In den vergangenen Jahrzehnten bewegten sich Rohstoffpreise und Inflation meist in die gleiche Richtung. Besonders deutlich war das in den Hochinflationsphasen der 1970er- und 1980er-Jahre sowie beim Inflationsschub 2022.
Trotz dieses Zusammenhangs lässt sich die Höhe der Inflation kaum zuverlässig vorhersagen. Zwar zeigt die Analyse: Höhere Rohstoffpreise führen im Schnitt zu höherer Inflation. Doch die Bandbreite ist enorm. „Extreme Rohstoffpreisbewegungen gehen tendenziell mit klareren Inflationsreaktionen einher“, erklärt Kielkopf.
Im moderaten Bereich sei die Unsicherheit hingegen jedoch deutlich größer. Aus den aktuellen Daten ergibt sich im Durchschnitt eine Inflationsrate von etwa fünf Prozent. Doch die Spanne reicht von null bis 14 Prozent.
„Diese Bandbreite ist schlicht zu groß für verlässliche Prognosen“, so Kielkopf. Selbst gegenteilige Entwicklungen sind möglich: 1983 etwa signalisierten steigende Rohstoffpreise eine höhere Inflation – tatsächlich sank sie.












