Sparzinsen von sechs, sieben oder acht Prozent? Das war einmal. Es gibt aber Produkte, die locken mit mehr als 20 Prozent Zinsen. Was dahinter steckt.
Zwar gibt es wieder Zinsen auf Tages- und Festgeld, doch sie sind nach wie vor mickrig. Ich habe in Zeiten sparen gelernt, als es noch sechs, sieben oder acht Prozent pro Jahr auf dem Sparbuch, für den Sparbrief oder die beliebten „Bundesschätzchen“ gab. Das ist allerdings sehr, sehr lange her. Es gibt aber auch heute noch Produkte, die wirklich hohe Zinsen bringen und sogar mit zweistelligen Zinskupons locken. Das klingt super, oder?
Hohe Zinsen, hohes Risiko
Gemeint sind sogenannte Aktienanleihen – eine Mischung aus Anleihen- und Aktieninvestment mit garantiertem und oft üppigem Zinskupon. Zwei Beispiele: Morgen Stanley bietet gerade eine Aktienanleihe auf den amerikanischen Chiphersteller AMD an – Laufzeit ein Jahr, Zinskupon sagenhafte 23 Prozent. Die DZ Bank trommelt für eine Aktienanleihe auf den deutschen Halbleiterhersteller Infineon – ebenfalls ein Jahr Laufzeit, dazu ein hoher Zinskupon von 22,45 Prozent.
Da schlägt das Herz der Zinsjäger gleich sehr viel höher, oder? Aber Vorsicht, das Ganze ist nicht ganz ungefährlich. Denn je höher die versprochene Rendite, desto größer auch das Risiko. Aber der Reihe nach.
Wie funktionieren Aktienanleihen? Was spricht für und was gegen sie? Aktienanleihen kombinieren einen festen Zinsertrag mit der Kursentwicklung eines Basiswerts, also einer Aktie. Als Anleger profitieren Sie von hohen Zinsen, tragen allerdings das Risiko eines Verlusts, wenn der Kurs des Basiswerts unter eine bestimmte Schwelle fällt. Denn dann bekommen Sie eine vorher festgelegte Zahl von Aktien ins Depot gebucht, anstatt das investierte Geld zurückzubekommen. Und diese Aktien sind, weil ihr Kurs eben gefallen ist, weniger wert.
Die recht üppigen Zinsen sprechen zwar für die Papiere, doch dürfen Sie das damit verbundene Aktienrisiko auf keinen Fall ignorieren. Dieses Risiko sollten Sie vor allem deshalb nicht unterschätzen, weil die Papiere in der Regel nur eine Laufzeit von einem Jahr haben – manchmal etwas kürzer, manchmal etwas länger. Für ein Aktieninvestment ist das sehr kurzfristig, wodurch das Risiko steigt.
Zinsen von mehr als 20 Prozent
Die beiden genannten Beispiele mit den Super-Zinskupons haben eine Laufzeit von jeweils einem Jahr. Die Barriere liegt bei beiden Papieren bei 80 Prozent. Bei der AMD-Aktienanleihe darf der Kurs der Aktie am Bewertungstag nicht stärker als 20 Prozent gefallen sein, sonst gibt es Aktien. Bei der Infineon-Aktienanleihe darf er die Barriere nicht berühren oder unterschreiten. Der zugrunde liegende Aktienkurs wird am Festlegungstag bestimmt, wenn die Aktienanleihe ausgegeben wird.











