
Sportler in die Luft katapultiert
Skifahrer lässt verletzten deutschen Senior liegen
Aktualisiert am 05.02.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Wintertag endet für zwei Senioren mit Verletzungen auf der Piste. Doch statt zu helfen, fährt ein anderer Skifahrer einfach weiter.
Bei einem Skiunfall mit Fahrerflucht sind zwei Senioren aus Deutschland und Österreich verletzt worden. Wie die Polizei in Tirol mitteilte, ereignete sich der Vorfall im Skigebiet Lermoos-Grubigstein auf einer Abfahrt Richtung Tal.
Den Angaben zufolge befuhr gerade ein 72-jähriger Österreicher die Piste, als es oberhalb der Talstation eines Sessellifts zu einer Kollision mit einem unbekannten Skifahrer kam. „Durch den Zusammenprall wurde der 72-Jährige in die Luft katapultiert“, schilderten die Beamten. Schließlich sei er mit einem 68 Jahre alten Skifahrer aus Deutschland kollidiert. Alle drei Sportler kamen zu Fall – der Unbekannte stand allerdings kurz darauf auf und setzte seine Fahrt laut Polizei fort, ohne zu helfen. Die beiden verletzten Senioren ließ er demzufolge einfach liegen.
Der Deutsche und der Österreicher wurden bei dem Zusammenstoß verletzt und mussten durch die Pistenrettung abtransportiert werden. Die Polizei sucht Zeugen, die den Unfall mitbekommen haben und etwas zu dem flüchtigen Skifahrer sagen können.
In den Skigebieten in Österreich und der Schweiz ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Unfällen gekommen, bei denen die Verursacher einfach weitergefahren sind. Einen Fall mit besonders drastischen Konsequenzen meldete die Landespolizeidirektion Salzburg Ende Januar: Im Skigebiet Schmittenhöhe in Zell am See starb ein 49-jähriger Österreicher nach der Kollision mit einem anderen Skifahrer. Die Polizei fahndete nach dem Unfallbeteiligten – einem Teenager, der sich laut den Beamten gemeinsam mit einer Frau von der Unfallstelle entfernt hatte. Einen Tag später meldete er sich schließlich bei der Polizei. Es handelte sich um einen 14-Jährigen aus Irland.
Eine Polizeisprecherin hatte t-online wenig später gesagt, Fahrerflucht sei auch auf der Skipiste „kein Kavaliersdelikt“. Sie appellierte: „Man sollte nach einem Zusammenstoß immer fragen, ob alles in Ordnung ist und auch Kontaktdaten austauschen.“ Nicht selten merkten Skifahrer erst unten im Tal, dass sie schwerer verletzt seien als zunächst angenommen. Die Ermittlungen gestalteten sich für die Polizei dann oft schwierig, weil es auf den Pisten häufig keine Zeugen gebe.










