
„Kein Kavaliersdelikt“
Tödliche Fahrerflucht auf Skipiste: Teenager stellt sich
27.01.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine kurze Unaufmerksamkeit auf der Piste – und es kracht. In mehreren Fällen wurden Verletzte einfach zurückgelassen, ohne zu helfen.
Die Skisaison in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist auf dem Höhepunkt: Zehntausende tummeln sich täglich auf den Skipisten. Doch in den vergangenen Tagen häufen sich Unfälle, teils mit tödlichen Folgen. In mehreren Fällen sind die Verursacher einfach weitergefahren, ohne zu helfen.
Eine Sprecherin der Landespolizeidirektion sagte t-online am Dienstag, Fahrerflucht sei, genau wie beim Autofahren, „kein Kavaliersdelikt“. Dass Unfallverursacher auf der Piste einfach weiterfahren, passiere landesweit wohl „jeden Tag“, aber es gebe „längst nicht immer so dramatische Auswirkungen“.
Die Sprecherin appellierte: „Man sollte nach einem Zusammenstoß immer fragen, ob alles in Ordnung ist und auch Kontaktdaten austauschen.“ Nicht selten merkten Skifahrer erst unten im Tal, dass sie schwerer verletzt seien als zunächst angenommen. Die Ermittlungen gestalteten sich für die Polizei dann oft schwierig, weil es auf den Pisten häufig keine Zeugen gebe.
Eine weitere Fahrerflucht auf der Piste vermeldete jüngst die Polizei Vorarlberg: Im Skigebiet Ifen wurde am Sonntag ein 33-Jähriger bei einer Kollision mit einem anderen Wintersportler an der Schulter verletzt. „Der unbekannte Skifahrer setzte seine Fahrt fort, ohne anzuhalten oder Hilfe zu leisten“, teilte die Polizei mit. Auch hier wird der Flüchtige als auffallend jung beschrieben. Sein Alter schätzt die Polizei auf 13 bis 15 Jahre.
Auch im Skigebiet Kühtai in Tirol wurde ein 51-Jähriger bei einem Unfall schwer verletzt. Der Mann wurde bereits am Freitag (23. Januar) „von hinten niedergefahren“, wie die Polizei am Dienstag schilderte. Er sei gestürzt und hart mit dem Kopf aufgeschlagen. Sein Helm sei durch die Wucht des Aufpralls zerbrochen. Der Verursacher flüchtete. Der Verletzte konnte den Angaben zufolge zwar noch selbstständig ins Tal fahren, dort wurden allerdings eine Gehirnerschütterung und Prellungen am Becken festgestellt, sodass er mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht wurde. Auch hier bittet die Polizei mögliche Zeugen des Vorfalls, sich zu melden.
Bereits Anfang des Jahres hatte sich ein besonders rätselhafter Vorfall auf einer Piste in Serfaus (Tirol) ereignet: Ein unbekannter Mann kollidierte mit einer 13-Jährigen – und ließ das Mädchen bei minus 17 Grad einfach liegen. Nachkommende Skifahrer eilten der Teenagerin zu Hilfe.











