Filialen auf Prüfliste
Bericht: So sollen die Berliner Galeria-Kaufhäuser gerettet werden
24.07.2026 – 02:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Vier Berliner Galeria-Häuser stehen auf einer Prüfliste. Der Senat will sie laut einem Medienbericht sichern – und verweist dabei auf eine Filiale, die längst funktioniert.
Um vier Berliner Kaufhäuser wird derzeit gerungen – und der Senat schaltet sich nach eigener Darstellung ein. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte der „Berliner Morgenpost“, das Land setze sich gemeinsam mit den Bezirken und dem Handelsverband Berlin-Brandenburg „mit Nachdruck“ für den Erhalt der Standorte ein. Sie stehe im engen Austausch mit der Geschäftsführung des Konzerns. Gesucht werde nach Lösungen für jeden einzelnen Standort – es gehe um Miete, Flächen und Attraktivität. Wo das Land unterstützen oder zwischen den Beteiligten vermitteln könne, werde es das tun.
Hintergrund ist eine Liste, die Galeria am Mittwoch vorgelegt hatte: 33 Filialen der angeschlagenen Kette werden auf ihre Rentabilität geprüft. In Berlin betrifft das die Häuser am Alexanderplatz, am Hermannplatz, am Kurfürstendamm und in Spandau. Vertriebschef Philipp Kretzer nannte Berlin dem Bericht zufolge einen „Schlüsselmarkt“, in dem Galeria präsent bleiben wolle – die Filialen müssten aber auf den heutigen Innenstadthandel zugeschnitten werden, mit kleineren Flächen und niedrigeren Mieten. Bleibe eine tragfähige Lösung aus, stehe der jeweilige Standort infrage. Dahinter steht ein Sanierungsplan, an den eine Kreditfinanzierung über 160 Millionen Euro gebunden ist; am Ende soll ein wirtschaftlich tragfähiges Filialnetz stehen, Schließungen schließt der Konzern nicht aus.
Giffey fordert von Galeria Veränderung der „Rahmenbedingungen“
Giffey sieht in dem Umbau laut „Morgenpost“ auch eine Gelegenheit, macht aber Bedingungen: Ohne veränderte „Rahmenbedingungen vor Ort“ werde es nicht gehen. Als Beleg dient ihr die Filiale in Tegel, die nicht auf der Prüfliste steht – sie zeige, dass Warenhäuser in Berlin eine Zukunft hätten, wenn die Bedingungen stimmten. Kaufhäuser seien Anziehungspunkte, sicherten Arbeitsplätze und stärkten die Stadtteilzentren, argumentierte die Senatorin.
Am Alexanderplatz wird derweil zweigleisig geplant. Angestrebt wird dem Bericht zufolge eine kombinierte Nutzung des Gebäudes durch Galeria und die Zentral- und Landesbibliothek; darüber wird derzeit mit dem Land verhandelt. Scheitert die Einigung, arbeitet Commerz Real parallel an einer Alternative – beraten vom Hamburger Immobiliendienstleister ECE, wie ein Sprecher der Zeitung sagte. Das Konzept soll gemeinsam mit den Architekturbüros Atelier Oslo und Kleihues + Kleihues entstehen und noch vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus vorliegen.











