Kaum mehr Rücklagen
Schufa-Chefin warnt vor Zahlungsausfällen
17.03.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Schufa ermittelt Zahlen zur Kreditwürdigkeit der Bevölkerung im Land. Die jüngsten Daten lassen aufhorchen.
Angesichts steigender Energiepreise warnt die Wirtschaftsauskunftei Schufa vor steigenden Zahlungsausfällen. „2025 waren das etwa 650.000 Personen – ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Jahr davor. Verglichen mit der Zeit vor der Corona-Pandemie ist das sogar ein Plus von mehr als einem Viertel“, sagte Schufa-Chefin Tanja Birkholz dem Podcast „Biz&Beyond“. Birkholz mit Blick auf die steigenden Kosten für Benzin, Öl und Gas: „Leider sehen wir, dass sich dieser Trend auch 2026 fortsetzt.“
Birkholz nannte steigende Energiepreise als wesentlichen Faktor. Höhere Ausgaben für Strom, Heizung oder Kraftstoff ließen weniger Spielraum für andere Ausgaben. Steigende Energiekosten könnten mittelfristig auch andere Preise nach oben treiben – etwa bei Dienstleistungen oder Produkten. „Vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen geraten zunehmend unter Druck“, sagte Birkholz.
Die Expertin weiter: „Mehr als die Hälfte der Haushalte mit einem Nettoeinkommen unter 2.000 Euro im Monat sagt, dass sie keine Rücklagen mehr haben, um steigende Lebenshaltungskosten abzufedern. Aber selbst bei Haushalten mit 2.000 bis 4.000 Euro Einkommen berichtet noch etwa ein Drittel, dass kaum Reserven vorhanden sind.“
Bei Zahlungsproblemen empfahl Birkholz, frühzeitig das Gespräch mit Gläubigern zu suchen oder Schuldnerberatung aufzusuchen.
Die Schufa ermittelt regelmäßig die Zahlungsfähigkeit im Land. Zuletzt hatte die private Auskunftei einen neuen Score eingeführt, der auf zwölf Kriterien basiert. Verbraucher können ihren Kreditwürdigkeit demnach selbst berechnen. Über einen kostenlosen Schufa-Account lassen sich gespeicherte Daten, der Score und die relevanten Faktoren einsehen – darunter bestehende Zahlungsstörungen, die Zahl zuletzt aufgenommener Kredite und die Laufzeit einer Kreditkarte.











