Fund in Pompeji
Archäologen öffnen erstmals Schrank aus der Antike
02.11.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Archäologen haben in einem Haus in Pompeji einen Schrank freigelegt, der seit dem Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. verschlossen war. Was darin steckt, zeichnet ein ungewöhnlich persönliches Bild des Alltags vor fast 2.000 Jahren.
In Pompeji haben Archäologen den Inhalt eines antiken Schrankes geborgen, der seit dem Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. unberührt geblieben war. Darin fanden sich Schmuck, Kosmetikwerkzeug, Münzen und weitere persönliche Gegenstände einer Frau aus der Römerzeit, wie euronews.com berichtet.
Der Schrank stand in einem Haus, das nach einem Namenszug dem Bewohner Cornelius Maximus zugeschrieben wird. Die Fassade des Gebäudes war bereits 1912 ausgegraben worden. Erst jetzt untersuchten Forscher im Rahmen eines Restaurierungsprojekts Teile der dahinterliegenden Räume. Zu den Fundstücken gehören Schminkutensilien wie eine Pinzette und ein Spatel zum Anrühren von Pigmenten, ein Glasfläschchen für Balsam, ein Duftbrenner, eine Bronzelampe sowie Bleigewichte, die wohl zum Handeln genutzt wurden und in den Resten einer kleinen Holzschatulle lagen. Hinzu kamen Gefäße aus Bronze, Glas und Keramik sowie ein kleines Krüglein mit Tannenzapfenmuster.
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Ein kleiner Münzschatz
Besonders auffällig ist eine Halskette aus mindestens 24 Miniaturanhängern aus Fayence, Knochen, Glaspaste und Bergkristall. Die Anhänger stellen Gottheiten wie Bes und Merkur dar, dazu zeigen sie Hände, Füße, Tannenzapfen und Weintrauben. Fachleute ordnen solche Ketten als sogenannte Crepundia ein, was wörtlich „Rasseln“ bedeutet. Es handelt sich um Amulettschmuck, den Kinder zum Schutz trugen und der auch dazu diente, sie durch das Geräusch beim Bewegen hörbar zu machen. Dass Erwachsene solche Ketten aufbewahrten, war im Römischen Reich nicht ungewöhnlich. Sie galten als Erinnerungsstücke an die Kindheit.
Ebenfalls im Schrank lag ein kleiner Münzschatz: 38 Bronzemünzen, aufbewahrt in einer sogenannten Cistella, einem geflochtenen Behälter aus Pflanzenmaterial, dessen Reste im Labor des Archäologischen Parks untersucht wurden. Dass die Münzen zurückblieben, deutet darauf hin, dass die Bewohner beim Ausbruch des Vesuvs keine Zeit hatten, ihre Wertsachen zu retten.
Weltkulturerbe Pompeji
Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks Pompeji, ordnet den Fund so ein: „Pompeji ist nicht nur ein Ort großer Kunstwerke; es ist auch ein Ort, an dem die gewöhnlichsten Gegenstände die menschliche Dimension der Vergangenheit wiederherstellen. Der Wert dieser Entdeckung liegt in der Möglichkeit, die verschiedenen Spuren eines Lebens gemeinsam zu lesen: persönliche Gewohnheiten, Arbeit, Erinnerungen.“ Zur Frage, wer in dem Haus lebte, erklärt Zuchtriegel: „Wir können die Identität der Person, die in dem Haus lebte, nicht mit Sicherheit rekonstruieren, aber diese Fragmente bringen uns ihrem Alltag näher.“











