Laut Studie

Schlaganfälle treffen immer häufiger diese Altersgruppe


29.09.2026 – 16:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Mann mit Kopfschmerzen (Symbolbild): Zu den häufigsten Anzeichen eines Schlaganfalls zählen Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starke Kopfschmerzen. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

Schlaganfälle verbinden viele vor allem mit höherem Alter. Doch bei Menschen unter 55 sind die Zahlen in den letzten 30 Jahren deutlich angestiegen.

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, die Mehrzahl der Erkrankten ist älter als 60 Jahre. Doch auch Jüngere können einen Schlaganfall bekommen. Eine neue Studie aus den USA zeigt nun, wie sich die Situation in dieser Altersgruppe über fast drei Jahrzehnte entwickelt hat.

Zahl der Schlaganfälle fast verdoppelt

Für die kürzlich im Fachjournal „Neurology“ veröffentlichte Studie werteten Forscher Daten aus der Region Greater Cincinnati und Northern Kentucky aus. Sie erfassten insgesamt 2.076 erstmalige Schlaganfälle bei Menschen zwischen 20 und 54 Jahren im Zeitraum von 1993 bis 2020.

Auf 100.000 Menschen kamen 1993/94 rechnerisch demnach etwa 34 Schlaganfälle pro Jahr. 2020 waren es bereits rund 62. Das entspricht einem Anstieg von rund 84 Prozent – also nahezu einer Verdoppelung.

Vor allem ischämische Schlaganfälle nahmen zu: Bei ihnen stieg die Rate von knapp 24 Fällen pro 100.000 Menschen (1993/94) auf rund 47 im Jahr 2020. Bei dieser Schlaganfallform wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel oder eine andere Blockade verschlossen, sodass Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Bei Schlaganfällen, die durch eine Hirnblutung verursacht werden (hämorrhagische Schlaganfälle), zeigte sich dagegen kein vergleichbarer Anstieg.

Gut zu wissen

Der ischämische Schlaganfall ist mit 80 bis 85 Prozent aller Fälle die mit Abstand häufigste Form des Schlaganfalls, während der hämorrhagische Schlaganfall etwa 15 bis 20 Prozent ausmacht.

Risikofaktoren kamen häufiger vor

Parallel zur Zunahme der Schlaganfälle beobachteten die Wissenschaftler bei den jüngeren Betroffenen häufiger bestimmte gesundheitliche Probleme. Dazu gehörten Bluthochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern. Auch der Anteil der Menschen, die Substanzen wie Alkohol oder andere Drogen konsumierten, stieg deutlich – von 4,6 Prozent zu Beginn des Untersuchungszeitraums auf 40,2 Prozent im Jahr 2020. Ein großer Teil dieses Anstiegs war auf den Konsum von Cannabis zurückzuführen.

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