
Verena Altenberger zählt zu den bekanntesten Filmstars Österreichs. t-online traf sie zu einem Gespräch über Europa, die Filmbranche und Zukunftsängste.
Es gibt Schauspielerinnen und Schauspieler, die ausschließlich über das eine Projekt sprechen, das sie bewerben wollen. Und es gibt solche, die ihre Meinung zu gesellschaftspolitischen Angelegenheiten äußern, erklären, wo sie Verbesserungsbedarf sehen und die Lösungsansätze gleich mitliefern. Zu diesen Künstlerinnen gehört Verena Altenberger.
Mit t-online hat die Österreicherin nicht nur über ihren aktuellen Film „Das Leben der Wünsche“ gesprochen, sondern auch über Probleme innerhalb der Schauspielbranche, die Abhängigkeit von der Politik und ihren Blick auf Europa.
t-online: Frau Altenberger, wollten Sie eigentlich immer schon Schauspielerin werden?
Verena Altenberger: Ja, es hat aber erst auf Umwegen geklappt. Vor dem Schauspielstudium habe ich Publizistik studiert und dann in Brüssel gearbeitet. Ich wollte unbedingt ein Teil dieser Europäischen Union sein – dem größten und erfolgreichsten Friedensprojekt der Welt. Ich bin davon überzeugt, dass die EU uns den Frieden erhält. Aber dafür müssen wir ein starkes, vereintes Europa sein. Anders wird es nicht funktionieren.
Es gibt Kräfte, die aktiv dagegen agieren, und es gibt Kräfte, die diesen negativen Kräften nachlaufen und in dieselbe Falle tappen. Dabei ist es doch inzwischen belegt, dass ein Anbiedern an die Rechten diese nur stärker macht. Es gibt aber auch zu wenige positive Erzählungen, auch bei den demokratischen Kräften. Viele wissen, was sie nicht wollen: nicht die AfD und nicht die FPÖ – aber das ist zu wenig als Antrieb. Sie müssen formulieren können, was sie wollen.
So funktioniert auch das Geschäftsmodell von Social Media: Alles, was Angst und Empörung auslöst, wird durch die Algorithmen bevorzugt. Ist das einer der Gründe, weshalb Sie nichts Privates mehr auf Instagram posten?
Das ist furchtbar – und ich finde, das gehört reguliert. Als starker Staat und als starkes Europa muss man in diesen Social-Media-Markt eingreifen und ihn einschränken. Es ist wichtiger, die Demokratie zu verteidigen, als sich einer Handvoll amerikanischer Tech-Konzerne anzubiedern. Abgesehen davon hatte ich dieses Bedürfnis nach „privater Öffentlichkeit“ noch nie.
Gleichzeitig nutzen Sie aber Instagram beruflich. Ist das kein Widerspruch?
Nein, das geht kaum noch anders. Ich möchte ja, dass meine Arbeit gesehen wird. Dafür ist Instagram wichtig.
Nach 15 Jahren in der Schauspielbranche: Wo sehen Sie den dringendsten Verbesserungsbedarf?
Es gibt immer noch viel, das man verbessern könnte. Kolleginnen mit Kindern haben es zum Beispiel aufgrund mangelnder Akzeptanz und Planbarkeit unfassbar schwer. Das ist ungerecht. Warum sollten nur kinderlose Männer oder Frauen diesen Beruf erfolgreich ausführen dürfen, weil sie die zeitlichen Kapazitäten dafür haben? Das gilt übrigens nicht nur für unsere Branche.










