Erste Fahrt im elektrischen GLC
Hat er das Zeug zum neuen Mercedes-Bestseller?
25.03.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 4 Min.
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Nach dem CLA bringt Mercedes das nächste elektrische Modell mit neuer Plattform. Die Leistungen des SUVs GLC überzeugen bei der ersten Fahrt.
Als vor rund zehn Jahren Mercedes seine Elektrostrategie EQ bekannt gab, hatten sich die Produktstrategen den Einstieg in die Welt der E-Mobilität sicher leichter vorgestellt. Doch er begann holprig, die EQ-Modelle, ob Limousinen oder SUVs, fanden bei den Käufern wenig Gefallen, was hauptsächlich am Design und den hohen Preisen lag. Der Absatz blieb weit unter den Erwartungen zurück. Besonders im weltgrößten Elektroautomarkt China mussten die Stuttgarter arge Rückschläge verkraften. Die dortige, vorwiegend jüngere Kundschaft setzt vermehrt auf heimische Produkte wie BYD, Nio, XPeng oder Xiaomi.
Nun wollen die Stuttgarter neu durchstarten. Entwickelt wurden zwei komplett neue 800-Volt-Elektro-Architekturen, MMA und MB.EA. Beide sollen in Sachen Leistung und Effizienz zum Besten gehören, was die Branche momentan zu bieten hat. Während MMA die Kompaktklasse bedient, ist die MB.EA für die Mittel- bis Luxusklasse gedacht. Auf Basis der MMA-Plattform hat Mercedes im vorigen Jahr bereits den elektrischen CLA vorgestellt, der besonders in den Disziplinen Komfort, Reichweite und Verbrauch neue Maßstäbe setzt und diverse Auszeichnungen erhielt.
Nicht minder große Erwartungen setzen die Mercedes-Marketing-Manager in den neuen GLC, der erste Stromer auf MB.EA-Basis. Das Mittelklasse-SUV deckt das sogenannte Core-Segment der Marke ab. Hier ist man zu Hause, hier verkauft man die größten Volumina. Dies zeigt schon der heutige GLC. Design, Größe, Komfort, Antriebsoptionen, das gesamte Paket ist stimmig. So wundert es wenig, dass dieses Modell seit fünf Jahren der Bestseller im Portfolio von Mercedes ist. Leicht wird es für den elektrischen GLC aber trotzdem nicht. Denn in diesem Segment fährt auch die Konkurrenz groß auf: Audi Q6, BMW iX3, Porsche Macan oder Volvo EX60 – alle sind nagelneu und zählen jeweils zum Besten, was die anderen zu bieten haben.
Der neue elektrische GLC ist überzeugend konzipiert. Ein ablehnender Kaufgrund könnte für manchen allenfalls die neue Designsprache sein, die sich hauptsächlich im Retro-Look des Kühlers offenbart. Er gilt als Hommage an die Mercedes Kühlergitter der 70er-Jahre und wurde mittels aufwendiger Lichtinszenierung (942 Lichtpunkte) in die Neuzeit transferiert. Motto: zurück in die Zukunft.
Dort befindet sich bereits der (aufpreispflichtige) MBUX-Hyperscreen, der sich, als größter Bildschirm in einem Mercedes überhaupt, quer über die gesamte Schalttafel spannt. Dahinter steckt das KI-gesteuerte und von Mercedes selbst entwickelte Superhirn MB.OS. Die grafischen Darstellungen sind brillant, die Reaktionen schnell, die Menüführung nahezu intuitiv. Die komplette Displaybreite kann sogar ein knisterndes Lagerfeuer oder ein Ozean-Aquarium inklusive kreuzender Haie darstellen, gedacht für ein wenig geistige Entspannung an der Ladesäule.












