Auch andere Anbieter hatten bereits angekündigt, wie sie das gesetzlich vorgesehene Standarddepot bestücken werden. Union Investment etwa, die Fondsgesellschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken, setzt dabei auf sogenannte aktive ETFs. Anders als bei klassischen ETFs kommt hier ein Fondsmanager zum Einsatz, der sich zwar an einem Index orientiert, aber durch Eingriffe versucht, eine bessere Wertentwicklung zu erzielen. Dass das gelingt, ist aber nicht sicher. Zudem ist diese Art von ETF teurer. Die genauen Kosten für ihre neuen Altersvorsorgeprodukte will Union Investment erst im Herbst bekannt geben.

Schon wenige Prozentpunkte kosten viel Rendite

Neben dem verpflichtenden Standarddepot kann jeder Anbieter auch eigene Altersvorsorgedepots anbieten. Scalable setzt dabei auf ein rein selbstverwaltetes Depot, bei dem Sparer also komplett alleine bestimmen, welche Art Fonds oder ETFs sie hineinlegen. Auch hierbei sollen keine Gebühren für das Depot und die Sparpläne anfallen.

Wie zentral die Kostenfrage ist, zeigt eine Beispielrechnung: Würde der maximal mögliche Kostendeckel von 1 Prozent pro Jahr ausgenutzt, würden nach 40 Jahren Laufzeit und gleicher Rendite am Ende rund 287.000 Euro weniger Vermögen entstehen, als wenn das Geld nur zu Kosten von jährlich 0,15 Prozent angelegt würde. Ein Argument, mit dem Scalable Sparer – und damit potenzielle Kunden für weitere Produkte – zu sich locken könnte.

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Zusätzlich will der Neobroker den Umstieg so einfach wie möglich machen. „Wir werden einen Wechselservice anbieten“, sagte Firmenchef Erik Podzuweit der „Bild“. Kunden sollen demnach lediglich ihren bisherigen Anbieter, das Produkt und die Vertragsnummer angeben müssen. Die weiteren Schritte sollen Anbieter und Zulagenstelle möglichst untereinander erledigen.

Scalable-Chef Erik Podzuweit: „Wir machen das Standarddepot gebührenfrei.“ (Quelle: Fabian Zapatka)

Millionen Riester-Sparer können wechseln

Für die Finanzbranche geht es um einen großen Markt: Ende 2025 gab es in Deutschland noch rund 15 Millionen Riester-Verträge mit einem geschätzten Vermögen von 240 Milliarden Euro. Riester-Sparer sollen künftig in das neue System wechseln können, müssen das aber nicht. Hinzu kommen Millionen weitere potenzielle Kunden, die bisher noch gar nicht staatlich gefördert fürs Alter vorsorgen.

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