Sat.1, ARD und ZDF fallen rein
„Arbeitsloser des Jahres“ führt TV-Sender hinters Licht
Aktualisiert am 05.03.2026 – 14:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei „Ronzheimer – Wie geht’s Deutschland“ gab sich Yannis B. als Bürgergeld-Schmarotzer aus. Auch ARD und ZDF berichteten über ihn. Nachdem die Lüge aufgeflogen ist, zieht Sat.1 Konsequenzen.
Paul Ronzheimer beschäftigt sich in seinem Sat.1-Format mit Themen, die Deutschland bewegen, etwa dem Rechtsruck, Migration und Armut. Dazu geht er mit Menschen ins Gespräch. In der ersten Folge der zweiten Staffel war Bürgergeld das Thema. Dafür traf er sich mit Yannis B. aus Hannover. „Arbeitsloser des Jahres“ war auf seinem T-Shirt zu lesen. Doch später stellte sich heraus: Er hatte der Produktion eine Lügengeschichte aufgetischt.
In der Sendung hatte Journalist Paul Ronzheimer Yannis B. gefragt, ob es ihm nichts ausmache, dem Staat „auf der Tasche“ zu liegen. Die Antwort des Mannes: „Nee, eigentlich nicht. Ist mir relativ egal eigentlich.“ Ronzheimer konfrontierte im weiteren Verlauf sogar Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, mit den Aussagen des vermeintlichen „Sozialschmarotzers“.
Doch wie das Onlinemedienmagazin „dwdl.de“ berichtet, hat Yannis B. das Redaktionsteam der Produktionsfirma i&u Studios vor, während und nach den Dreharbeiten mit gefälschten Dokumenten getäuscht. Inzwischen hat Yannis B. selbst schriftlich eingeräumt, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Sat.1 veröffentlichte eine Stellungnahme auf der „Behind the Screens“-Seite seines Streamingdienstes Joyn, nachdem „dwdl.de“ den Sender nach dem Verschwinden der Sendung befragt hatte.
Sat.1-Sprecher Christoph Körfer erklärte: „Er hat Dokumente und Belege gefälscht, um seine vermeintliche Geschichte glaubhaft erscheinen zu lassen.“ Und weiter: „Wir entschuldigen uns aufrichtig beim zuständigen Jobcenter Hannover, das durch die unwahren Behauptungen von Yannis B. in ein falsches Licht gerückt wurde.“
Auch eine Pressemitteilung, die Sat.1 vor der Ausstrahlung verschickt hatte, ist inzwischen gelöscht. Derzeit prüft der Sender nach eigenen Angaben die Hintergründe sowie mögliche rechtliche Schritte. Die überarbeitete Fassung der Sendung bei Joyn ist nun fast eine Viertelstunde kürzer als die ursprüngliche TV-Ausstrahlung.












