
Schweden statt Frankreich
Saab bringt sich in Berlin für Kampfjet FCAS ins Gespräch
13.01.2026 – 15:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Der deutsch-französische Kampfjet FCAS kommt nicht voran. Nun bietet sich ein neuer Partner an. Ein Wechsel hätte auch politische Symbolkraft.
Seit langem schwelt ein Streit zwischen Frankreich und Deutschland über die Zukunft des gemeinsamen Kampfjetprojekts FCAS. Mehrfach wurde eine Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Nachfolger für den Eurofighter vertagt, zuletzt zu Jahresbeginn. Jetzt bringt sich der schwedische Rüstungskonzern Saab als möglicher Partner des Flugzeugbauers Airbus für das Prestigeprojekt ins Spiel. Das berichtet die ukrainische Wehrtechnikseite „Militarnyi“.
„Wir stehen bereit für einen gemeinsamen Kampfjet mit den Deutschen“, hatte Saab-Chef Micael Johansson schon Ende vergangenen Jahres der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärt. Saab stellt den Kampfjet Gripen her.
FCAS steht für „Future Combat Air System“. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. FCAS wäre bei einer Realisierung das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt. Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französische Rafale ab 2040 ablöst.
Doch klemmt das deutsch-französische Vorzeigeprojekt. Vor allem wegen großer Differenzen über die jeweilige Beteiligung der Unternehmen Dassault in Frankreich und Airbus Deutschland. Dassault will 80 Prozent des Projekts an sich ziehen. Von deutscher Seite wurde dagegen schon im Sommer die Erwartung geäußert, dass sich Dassault „an die bestehenden Vereinbarungen“ hält, nach der die Unternehmen gleichermaßen beteiligt werden sollen. Auch Gespräche zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron konnten den Streit nicht schlichten.
Nun bietet sich Saab als Partner an. „Der erste Schritt für eine Zusammenarbeit sollte eine unbemannte Fähigkeit sein, hier sprechen wir eher von vier bis fünf Jahren bis zur Auslieferung“, sagte Konzern-Chef Johansson der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Rüstungsexperte weiter: „Bei einem vollwertigen neuen Kampfflugzeug bräuchten wir sicher zehn Jahre für die Entwicklung, bis zur Einsatzbereitschaft wären wir wahrscheinlich Ende der 2030er-Jahre.“
Die Zeit drängt also. Doch zögern Merz und Macron mit einer Entscheidung. Ein Aus für den FCAS würde die deutsch-französischen Beziehungen weiter belasten. Erst zuletzt stach Macron den Kanzler beim EU-Gipfel bei der Finanzierung der Ukraine aus. Merz‘ Modell, die Gelder aus eingefrorenen russischen Staatsvermögen abzuzweigen, scheiterte beim EU-Gipfel im Dezember. Im Gegenzug überstimmten Deutschland und seine Partner Frankreich zu Jahresbeginn beim Handelsabkommen Mercosur mit mehreren südamerikanischen Staaten.









