Alle Gruppenspiele der Niederländer in der Gruppe F werden in den USA ausgetragen. Die „Oranje“ ist klarer Favorit auf den Gruppensieg, hat aber keinen echten „Fußball-Exoten“ als Vorrundengegner.
Die wichtigsten Spieler der „Elftal“ bei der Fußball-WM 2026
- Memphis Depay (31, Atlético Madrid, Marktwert: ca. 7 Mio. Euro): Er erzielte in der Qualifikation nicht nur die meisten niederländischen Tore, sondern oft genug auch die wichtigsten: gegen Finnland zum 1:0, in mehreren Partien in Schwächephasen der eigenen Mannschaft. Er übernimmt Verantwortung, auch vom Elfmeterpunkt. Gegen Japan allerdings saß er draußen.
- Cody Gakpo (26, FC Liverpool, Marktwert: ca. 60 Mio. Euro): Gakpo traf viermal in der Qualifikation, dreimal per Elfmeter. Er ist technisch beschlagen, robust und kopfballstark, gestählt in vielen Partien der Premier League und der Champions League.
- Donyell Malen (26, Aston Villa, Marktwert: ca. 45 Mio. Euro): Der Ex-Dortmunder kommt gerne über die Halb- oder die Außenpositionen, ist schnell, konterstark und torgefährlich. In der Qualifikation traf er viermal, gleich doppelt beim 8:0 gegen Malta.
- Virgil van Dijk (34, FC Liverpool, Marktwert: ca. 15 Mio. Euro): Der fast zwei Meter große van Dijk ist der unumstrittene Führungsspieler und Kapitän der „Elftal“. Mehr noch: Er ist als Zielspieler bei ruhenden Bällen extrem torgefährlich (wie sich auch im Spiel gegen Japan schon zeigte). In Laufduellen allerdings kann man erahnen: Er ist nicht mehr so schnell wie früher.
- Tijjani Reijnders (27, AC Mailand, Marktwert: ca. 50 Mio. Euro): Der Mittelfeldspieler traf zweimal (gegen Malta und Litauen) in der Qualifikation. Sein Zug zum Tor ist für „Oranje“ ein Schlüssel, weil er Räume für die Angreifer schafft.
Das ist der Trainer Ronald Koeman
Ronald Koeman ist bereits zum zweiten Mal Bondscoach der Niederlande. Bereits zwischen 2018 und 2020 stand er für sein Land an der Seitenlinie. Koeman hat als Spieler bei allen großen niederländischen Vereinen gespielt, zudem lange beim FC Barcelona. Auch als Trainer kam Koeman herum: Amsterdam, Lissabon, Eindhoven, Valencia, Rotterdam, Southampton, Everton und Barcelona waren seine Stationen. An seiner Seite arbeitet sein Bruder Erwin Koeman als Assistent, eng eingebunden in Trainingsarbeit, Vorbereitung und Analyse.
Mit Deutschland verbindet Koeman eine ganz besondere Rivalität. Er war Libero der niederländischen Nationalmannschaft der späten 80er- und frühen 90er-Jahre, die sich mit dem DFB-Team hitzige Schlachten lieferte. Bei der Euro 1988 in Deutschland warf Holland den Gastgeber im Halbfinale aus dem Turnier und holte später den Titel im Land des Erzrivalen. Nach dem Halbfinal-Triumph wischte sich Koeman mit einem Trikot der Deutschen vor der Tribüne den Allerwertesten ab. 1990 dagegen schied er bei der WM in Italien gegen die deutsche Mannschaft rund um Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme im Achtelfinale aus.
So spielen die Niederländer
„Totaalvoetbal“ – jahrzehntelang war „der totale Fußball“ die einzige in den Niederlanden akzeptierte Art, das Spiel zu spielen: Ständige Positionswechsel innerhalb eines 4-3-3-Systems und hohes Pressing machten den niederländischen Fußball attraktiv. Die ganz großen Titel blieben trotzdem selten, zum WM-Triumph reichte es nie.
Nachdem seine Vorgänger Frank de Boer und Louis van Gaal mit anderen Systemen experimentiert hatten (und gescheitert waren), hat Koeman das 4-3-3 zurückgebracht, aber neu interpretiert: Die Außenverteidiger schieben kontrolliert nach, das Zentrum bleibt stabil besetzt. Statt permanenter Positionswechsel setzt das Team auf klare Raumaufteilung, gezielte Tempowechsel und strukturiertes Pressing. Vor allem gegen defensive Gegner spielt Holland so erfolgreich, ist aber anfällig, wenn der Gegner früh und hoch anläuft. Dass mit Xavi Simons einer der besten und torgefährlichsten Techniker die WM verletzungsbedingt verpasst, tut allerdings weh.












