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Home » Riskante Investments: Krankenkassen droht Milliardenverlust
Wirtschaft

Riskante Investments: Krankenkassen droht Milliardenverlust

By zeit-heute.deSeptember 11, 20263 Mins Read
Riskante Investments: Krankenkassen droht Milliardenverlust
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Riskante Investments

Krankenkassen droht Milliardenverlust


10.09.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 2 Min.

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Euro-Geldscheine: Zahlreiche Krankenkassen haben hohe Summen in risikobehaftete Fonds investiert. (Quelle: IMAGO / Wolfilser/imago)

Zahlreiche Krankenkassen haben hohe Summen in stark risikobehaftete Fonds investiert und verloren. Der mögliche Schaden könnte dabei weit höher ausfallen als angenommen.

Der Schaden, den Krankenkassen durch riskante Immobilieninvestments erlitten haben, könnte deutlich höher ausfallen als bislang angenommen. Insgesamt haben die Krankenkassen 900 Millionen Euro in immobilienbesicherte Schuldscheindarlehen und etwa 200 Millionen Euro in Inhaberschuldverschreibungen investiert. Insgesamt gelten somit 1,1 Milliarden Euro als „leistungsgestört“, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Ates Gürpinar hervorgeht. Als „leistungsgestört“ gelten Investments, bei denen die Renditen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben oder sogar ein Totalverlust droht.

Der mögliche Schaden liegt somit merklich über den bisherigen Schätzungen. Recherchen von „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR hatten bislang ergeben, dass bis zu 500 Millionen Euro bei den Krankenkassen im Feuer stehen.

Verlust könnte noch höher ausfallen

Der mögliche Verlust könnte zudem noch höher ausfallen. Denn die Zahlen der Bundesregierung beziehen sich lediglich auf die 58 bundesweit geöffneten Krankenkassen, die vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) beaufsichtigt werden. Regional begrenzte Krankenkassen werden von den jeweiligen Bundesländern kontrolliert – hierzu liegen der Bundesregierung jedoch keine Informationen vor. Hinzu kommen mehrere Kassenärztliche Vereinigungen, die ebenfalls riskante Finanzgeschäfte getätigt haben.

Welche Krankenkassen genau betroffen sind, ist nur teilweise bekannt. Viele Krankenkassen geben keine Auskunft auf die Frage, ob und in welchem Umfang sie in die als riskant geltenden Verius-Fonds investiert haben. Auch die Bundesregierung machte hierzu keine Angaben und verwies auf das Betriebs- und Geschäftsgeheimnis der Krankenkassen.

Die Kassen stehen durch die riskanten Investments unter Druck. Denn sie sind dazu verpflichtet, die ihnen zur Verfügung stehenden Gelder sehr risikoarm anzulegen, es gelten strenge Anlagerichtlinien – schließlich handelt es sich bei den Geldern um die Beiträge der Versicherten.

Haben die Investments Konsequenzen?

Auch deswegen stellt sich die Frage nach Konsequenzen. Hierbei will sich die Bundesregierung jedoch offenbar Zeit lassen. Die Aufklärung werde noch Zeit benötigen, schreibt die Bundesregierung, auch aufgrund laufender Gerichtsverfahren. Mehrere Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen klagen vor dem Landgericht Frankfurt gegen die Finanzunternehmen, die hinter den Verius-Fonds stehen. Sie argumentieren, dass ihnen die risikobehaftete Geldanlage als sicher verkauft wurde, und sehen sich getäuscht. „Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, wird der Gesamtverlust verlässlich zu beziffern und gesetzlicher Änderungsbedarf zu prüfen sein“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis hatte sich im Juli für eine schnellere und umfassendere Aufarbeitung ausgesprochen. So sollen im Zuge der anstehenden Strukturreformen in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht nur die entsprechenden Kontrollmechanismen in den Blick genommen werden, sondern es soll auch geprüft werden, ob die Zahl der Krankenkassen langfristig noch sachgerecht ist. Eine Forderung, die auch der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann erhebt: Er will die Zahl der Krankenkassen von derzeit 93 auf 20 reduzieren. Die Krankenkassen selbst lehnen „Zwangsfusionen“ ab und verweisen unter anderem darauf, dass die Zahl der Kassen durch freiwillige Zusammenschlüsse ohnehin sinke.

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