Rechtzeitig planen
Reiseimpfungen – das sollten Menschen mit Rheuma beachten
12.06.2026 – 07:38 UhrLesedauer: 3 Min.
Reiseimpfungen schützen vor Krankheiten, die in manchen Ländern häufiger vorkommen. Für Menschen mit Rheuma gelten dabei einige wichtige Besonderheiten.
Rheuma ist kein Grund, auf Reisen zu verzichten – nicht einmal, wenn das Ziel ein fernes Land ist, in dem besondere Gesundheitsrisiken bestehen, etwa Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Hepatitis A oder Tollwut. Die Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung. Betroffene sollten früh genug mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über die notwendigen medizinischen Vorkehrungen und hierbei insbesondere die nötigen Impfungen sprechen.
Die wichtigsten Reiseimpfungen im Überblick
Reiseimpfungen schützen vor Infektionskrankheiten, die in bestimmten Ländern oder Regionen besonders häufig vorkommen. Welche Impfungen empfohlen werden, hängt unter anderem vom Reiseziel, der Reisedauer und den geplanten Aktivitäten ab.
Grundsätzlich gibt es Impfungen, die allen Menschen empfohlen werden, und solche, die nur in bestimmten Situationen sinnvoll sind – etwa vor einer Reise in bestimmte Regionen der Welt. Zu diesen Reiseimpfungen gehören etwa Impfungen gegen Cholera, Denguefieber, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Tollwut oder Typhus.
Reiseimpfungen – diese Besonderheiten gelten bei Rheuma
Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen – beispielsweise rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder Spondyloarthritis – haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Das liegt zum einen an der Erkrankung selbst, die die körpereigene Abwehr beeinflusst. Zum anderen sind zur Behandlung in vielen Fällen Medikamente erforderlich, die das Immunsystem schwächen.
Generell bedeutet das für Betroffene:
- Ein guter Impfschutz ist besonders wichtig. Infektionskrankheiten können bei Menschen mit Rheuma schwerer verlaufen als bei Gesunden.
- Während einer Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, ist eine Impfung mit Lebendimpfstoffen meist ungeeignet. Zum Hintergrund: Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Krankheitserreger, die sich im Körper noch vermehren können. Für gesunde Menschen ist das normalerweise kein Problem: Ihr Immunsystem erkennt die Erreger und bildet einen wirksamen Schutz gegen die Krankheit. Bei Menschen mit geschwächter Abwehr besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Erreger stärker vermehren als gewünscht und die Impfung selbst zu einer Erkrankung oder schweren Komplikationen führt. Zu den immunsuppressiven Medikamenten gehören unter anderem bestimmte Biologika wie TNF-Blocker, Abatacept oder Rituximab, hoch dosierte Glukokortikoide, Azathioprin sowie hoch dosiertes Methotrexat. Nicht dazu zählen beispielsweise Hydroxychloroquin, Sulfasalazin und Apremilast.
- Totimpfstoffe gelten auch für Menschen mit Rheuma als sicher. Allerdings können manche Rheuma-Medikamente dazu führen, dass die Impfung nicht ganz so gut wirkt wie bei Menschen ohne Rheuma. Deshalb sollten Impfungen frühzeitig vor Reisebeginn erfolgen. So bleibt genügend Zeit, damit der Körper einen wirksamen Schutz aufbauen kann. In manchen Fällen können zusätzliche Impfdosen sinnvoll sein – beispielsweise bei der Impfung gegen Hepatitis A.
- Befindet sich die Erkrankung gerade in einem akuten Schub, ist das kein guter Zeitpunkt für eine Impfung. Fachleute empfehlen, möglichst in einer ruhigen Krankheitsphase zu impfen. Dann spricht das Immunsystem in der Regel besser auf die Impfung an.
All das erklärt, warum Menschen mit Rheuma eine Reise frühzeitig planen sollten. So bleibt ausreichend Zeit für eine ärztliche Beratung. Die Ärztin oder der Arzt kann den Impfstatus überprüfen, den besten Zeitpunkt für noch fehlende Impfungen festlegen und diese rechtzeitig vor Reisebeginn abschließen.
Welche Reiseimpfungen sind bei Rheuma ratsam?
Grundsätzlich gelten für Menschen mit Rheuma dieselben Reiseimpfempfehlungen wie für andere Reisende. Je nach Reiseziel können Impfungen gegen Cholera, Denguefieber, FSME, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Meningokokken-Infektionen, Tollwut oder Typhus sinnvoll sein. Manche Länder verlangen zudem bei der Einreise einen Nachweis bestimmter Impfungen, etwa gegen Gelbfieber oder Poliomyelitis.
Ebenso wichtig ist es, den allgemeinen Impfschutz überprüfen zu lassen. Dazu gehören unter anderem Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Masern, Grippe, Covid-19, Hepatitis A und B, Kinderlähmung, Pneumokokken und Meningokokken. Je nach Alter und persönlichem Risiko können außerdem Impfungen gegen HPV, Gürtelrose oder RSV sinnvoll sein.
Gegen die meisten dieser Erkrankungen stehen sogenannte Totimpfstoffe zur Verfügung. Sie enthalten keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger und gelten auch für Menschen mit Rheuma in der Regel als sicher.
Wichtige Ausnahmen sind die Impfungen gegen Gelbfieber und Denguefieber. Beide gehören zu den Lebendimpfstoffen und sind für Menschen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen, meist nicht geeignet.











