Preiskampf bei Schokolade
Rewe-Chef rechnet mit Lindt & Co. ab
Aktualisiert am 04.05.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Lebensmittelpreise steigen. Nun kritisiert Rewe-Chef Souque die Hersteller und nennt auch Namen. Neues Ungemach droht für die Branche aus Europa.
Hohe Preise für Schokolade und Kaffee und zusätzlich hohe Kosten für Personal und Energie. Die Lebensmittelbranche in Deutschland hat massiv zu kämpfen. Nun attackiert Rewe-Chef Lionel Souque namhafte Markensteller. „Der Kakaopreis ist bis letztes Jahr unglaublich gestiegen, also gab es massive Preiserhöhungen. Seit Monaten sinken die Rohstoffpreise. Aber die großen Markenhersteller, vor allem Lindt und Mondelēz, haben die Preise erhöht“, sagte Souque dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
„Ich kenne Extremfälle“, fügte der Manager hinzu. Konkret nannte Souque die „Alpenmilch-Schokolade“ von Milka. Hier habe die unverbindliche Preisempfehlung für die 100-Gramm-Tafel bei 1,49 Euro gelegen. Danach sei die Tafel auf 90 Gramm verkleinert worden, während der Einkaufspreis für den Supermarkt stieg. Unter diesen Bedingungen sei ein Verkauf unter 1,99 Euro kaum darstellbar gewesen. „Das ist irre“, kritisierte der Rewe-Chef.
Doch auch Rewe steht in der Kritik. Die Preisgestaltung im Supermarkt verunsichert viele Verbraucher. Mal wird Markenschokolade wie „Milka“ oder „Ritter Sport“ für 1,11 Euro im Sonderpreis beworben. Dann kostet sie plötzlich wieder 1,99 Euro. Hinzu kommt die Debatte um geschrumpftes Verpackungsgewicht. Auch deshalb fordert die EU mehr Transparenz.
So dringt der Europäische Gerichtshof auf die Einhaltung der Preisangabenverordnung. Diese besagt, dass Preiswerbung faktisch nur noch zulässig ist, wenn der reduzierte Preis niedriger ist als der günstigste Preis der vergangenen dreißig Tage. Das wöchentliche Verwirrspiel am Ladenregal hätte damit ein Ende.
Rund 74 Prozent der Bevölkerung achten beim Lebensmittelkauf gezielt auf Sonderangebote. Für knapp 60 Prozent ist der Preis bei der Auswahl darüber, was im Einkaufskorb landet, grundsätzlich entscheidend, so der Ernährungsreport 2025 des Agrarministeriums.
Mit Blick auf die Diskussion über eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sagte Rewe-Manager Souque: „Wir würden – wie auch zu Corona-Zeiten – im Durchschnitt so eine Steuersenkung über die Preise natürlich weitergeben. Das kann ich aber nicht für jeden einzelnen Artikel garantieren. Es würde wahrscheinlich ein Mix.“ Man müsse das gesamte Sortiment betrachten, nicht jeden einzelnen Artikel. „Wenn wir einen Artikel für 99 Cent verkaufen, und es gibt zwei Prozent weniger Mehrwertsteuer, weiß ich nicht, ob ich auf 97 Cent gehe. Aber kostet ein Produkt 1,09 Euro, macht man den Sprung zu 99 Cent“, erklärte Souque.










