Fortführungskonzept steht
Traditionsbrauerei vor der Rettung – 200 Arbeitsplätze in Gefahr
25.03.2026 – 07:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach der Insolvenz bei der Mannheimer Eichbaum-Brauerei steht die Rettung bevor. Bei der Belegschaft gibt es allerdings heftige Einschnitte.
Die insolvente Mannheimer Brauerei Eichbaum ist der Rettung einen Schritt näher. Die Gläubiger haben dem Fortführungskonzept der Geschäftsführung zugestimmt, wie das Unternehmen mitteilte. Damit ist die Zukunft der Traditionsbrauerei vorerst offener als noch zuletzt, als auch eine Abwicklung im Raum stand.
Zentraler Bestandteil des Konzepts ist nach Unternehmensangaben der Einstieg eines Investors. Er soll frisches Geld einbringen und wesentliche Vermögenswerte übernehmen, darunter die Marke, Betriebsimmobilien und Produktionsanlagen. Die Eigenverwaltung will nun die nächsten Schritte zur Umsetzung der Transaktion einleiten.
Mit der angestrebten Neuaufstellung dürfte jedoch ein deutlicher Stellenabbau verbunden sein. Generalbevollmächtigter Christoph Glatt sprach von einem klaren Votum der Gläubiger für die Zukunft des Unternehmens. Nun gehe es darum, die vereinbarten Maßnahmen umzusetzen und Eichbaum wirtschaftlich zu stabilisieren. Dafür müsse auch die Zahl der Beschäftigten deutlich sinken. Eine konkrete Zahl nannte das Unternehmen zunächst nicht.
Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten könnten rund zwei Drittel der derzeit etwa 290 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Demnach könnten knapp 100 Stellen erhalten bleiben. NGG-Landeschef Hakan Ulucay bezeichnete die Entwicklung als bitter. Zugleich gebe es nun eine „reelle Chance auf Rettung des Brauereistandorts in Mannheim“. Die Gewerkschaft will sich nach eigenen Angaben für einen sozialverträglichen Stellenabbau und eine Transfergesellschaft einsetzen.
Eichbaum hatte Ende Oktober 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen verwies damals auf Umsatzrückgänge im Export sowie eine sinkende Nachfrage im Inland, die zu einem erheblichen Liquiditätsengpass geführt hätten. Erst vor wenigen Monaten war zudem bekannt geworden, dass Eichbaum seine Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft hat.












