Höheres Eintrittsalter?
Rentenexperten weisen Bericht zu Rente mit 70 zurück
Aktualisiert am 21.05.2026 – 10:30 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Expertenkommission will laut einem Medienbericht ein deutlich höheres Renteneintrittsalter empfehlen. Mitglieder des Gremiums dementieren diesen Bericht jetzt deutlich.
Mehrere Mitglieder der Rentenkommission der Bundesregierung haben im Austausch mit t-online einen Bericht der „Bild“-Zeitung dementiert, wonach das Gremium eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre empfehlen wolle. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig, der der Kommission angehört, sagte am Donnerstag t-online, es sei „nicht richtig“, was in dem Artikel der „Bild“-Zeitung stehe. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP ergänzte er, der Bericht der „Bild“ treffe „schon deshalb nicht zu, weil bislang über die beschriebenen Punkte noch keine Beschlüsse getroffen wurden“.
Reddig wollte sich nicht dazu äußern, welche Inhalte die Kommission bereits besprochen hat. Er verwies auf die „strikte Vertraulichkeit“, welche die Kommission für ihre Arbeit vereinbart habe. Auch die SPD-Abgeordnete Annika Klose, die der Kommission ebenfalls angehört, verwies gegenüber AFP auf die vereinbarte Vertraulichkeit.
SPD-Abgeordnete Klose verweist auf Vertraulichkeit
Klose sagte über den Stand der Kommissionsberatungen, „dass vieles noch nicht entschieden ist und wir noch vier bis fünf Wochen brauchen“. Von daher könne sie sagen, „dass der ‚Bild‘-Bericht nicht stimmt“, fügte die Sozialexpertin hinzu.
Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass die Rentenkommission der Regierung empfehlen werde, die Regelaltersgrenze für den Renteneintritt schrittweise bis Anfang der 2060er-Jahre von derzeit 67 auf 70 Jahre anzuheben. Gelten sollte die neue Untergrenze dann für alle, die nach 1990 auf die Welt kamen.
Nach t-online-Informationen ist die Frage eines höheren Renteneintrittsalters – wie zahlreiche andere Ideen zur Stabilisierung des Umlagesystems der gesetzlichen Rente – zwar diskutiert worden. Einen finalen Beschluss für den Abschlussbericht jedoch gibt es demnach noch nicht.
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Auch für andere Ideen, die der „Bild“-Artikel thematisiert, ist noch offen, ob sie sich im Abschlussbericht der Kommission wiederfinden. Bei einer Absenkung des Rentenniveaus ist noch unklar, was die Kommission empfiehlt. Auch die Frage, ob Beamte in die gesetzliche Rente einbezogen werden sollen, ist dem Vernehmen nach nicht abschließend geklärt. Laut „Bild“ soll die Kommission erwägen, eine Absenkung des Rentenniveaus von aktuell 48 Prozent des Durchschnittslohns auf künftig 46 Prozent zu empfehlen. Bei der Beamtenfrage, berichtet die Zeitung, sei die Kommission sich noch nicht einig.
Wissenschaftler und Politiker sitzen in der Kommission
Das Gremium mit der offiziellen Bezeichnung „Alterssicherungskommission“ berät über das Gesamtversorgungsniveau und nimmt dabei die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge in den Blick. Es wurde von der Bundesregierung eingesetzt. Bis Ende Juni soll es Vorschläge vorlegen, die der Bundesregierung als Grundlage für eine umfassende Reform dienen.










