„Ein begnadeter Stürmer“

Rekordspieler der DDR-Oberliga mit 83 Jahren gestorben

02.09.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Der ehemalige DDR-Nationalspieler Eberhard Vogel ist gestorben. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Keiner absolvierte so viele Partien in der Eliteliga des DDR-Fußballs wie Eberhard Vogel. Nun ist der einstige Ausnahmefußballer tot.

Der frühere DDR-Nationalspieler Eberhard Vogel ist am Dienstag nach langer Krankheit gestorben. Das gab seine Familie bekannt. Vogel wurde 83 Jahre alt. Mit 440 Einsätzen ist er der Rekordspieler der DDR-Oberliga.

Vogel spielte für den FC Karl-Marx-Stadt und den FC Carl Zeiss Jena. In der Torjägerliste der DDR-Oberliga belegt er mit 188 Punktspieltreffern den zweiten Platz – hinter Joachim Streich, der 229 Tore erzielte. Mit der DDR-Nationalmannschaft, für die er 25 Tore in 74 Einsätzen erzielte, nahm er unter anderem an der WM 1974 teil. Dazu kommen 24 Einsätze für die Olympia-Auswahl mit zehn Toren und den beiden Bronzemedaillen 1964 und 1972.

1967 wurde Vogel mit Karl-Marx-Stadt DDR-Meister. Mit Jena gewann er dreimal den FDGB-Pokal: 1972, 1974 und 1980. 1981 stand er mit Jena im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Gegen Dynamo Tiflis verlor das deutsche Team mit 1:2.

Meyer über Vogel: „Hätte in jeder Weltklassemannschaft gespielt“

Sein einstiger Mitspieler und späterer Trainer Hans Meyer würdigte ihn im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Er war ein begnadeter Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft gespielt hätte.“ Meyer legte nach: „Die Art, wie er die Linksaußenposition interpretierte, wäre reif für Lehrfilme gewesen.“

Jenas Trainer Hans Meyer (r.) mit seinem Spieler Eberhard Vogel bei einem Uefa-Cup-Spiel in Duisburg in der Saison 1978/79. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Als Trainer war Vogel vor allem im Nachwuchsbereich erfolgreich. Von 1983 bis 1990 arbeitete er für den DDR-Fußball-Verband. 1986 führte er die Junioren-Auswahl um Matthias Sammer zum Europameistertitel. Ein Jahr später wurde die U20 WM-Dritter. 1989 holte die U16 EM-Silber. Das Ende des DDR-Fußballs erlebte Vogel als Assistenztrainer der letzten Nationalmannschaft – an der Seite von Eduard Geyer.

Nach der Wende trainierte er den FC Carl Zeiss Jena, Hannover 96, den 1. FC Magdeburg und den Dresdner SC. Außerdem war er als Auswahltrainer in Togo tätig. Keines dieser Engagements dauerte länger als eine Saison.

Share.
Die mobile Version verlassen