Rekord-Bau nahe Hannover
Technikfaszination pur: Hier fahren Schiffe mit dem Fahrstuhl
26.07.2026 – 18:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein beeindruckendes Zeugnis der Ingineurskunst steht mitten in Niedersachsen. Wer es besucht, sollte sich auf Dimensionen einstellen, die man so wohl kaum vermuten würde.
Ein Frachter fährt in einen mit Wasser gefüllten Trog, die Tore schließen sich – und wenige Minuten später schwimmt das Schiff 38 Meter höher weiter. Am Schiffshebewerk Scharnebeck lässt sich ein ungewöhnliches technisches Schauspiel beobachten.
Das Bauwerk liegt am Elbe-Seitenkanal nordöstlich von Lüneburg. Es verbindet unterschiedlich hoch gelegene Abschnitte der Wasserstraße und funktioniert wie ein Aufzug für Schiffe. Zwei Tröge arbeiten unabhängig voneinander. Darin werden Frachter, Fahrgastschiffe und Sportboote angehoben oder abgesenkt.
- Diese Fachwerk-Perle versinkt – und niemand kann es stoppen
Bei seiner Fertigstellung 1975 galt das Doppelsenkrecht-Schiffshebewerk als größtes seiner Art weltweit. Heute ist es das größte Schiffshebewerk Deutschlands. Die reine Fahrt eines Troges dauert etwa drei Minuten. Mit Einfahrt, Schließen der Tore und Ausfahrt benötigt ein Schiff rund 20 Minuten für die Passage.
Besucher können Schauspiel bestaunen
Das Hebewerk ist weiterhin Teil einer viel genutzten Wasserstraße. Wann tatsächlich ein Schiff gehoben wird, hängt daher vom Verkehr ab. Einen festen Vorführplan gibt es nicht. Besucher können das Gelände ganzjährig erkunden. Ein Rundweg führt zu mehreren Aussichtspunkten und Plattformen. Von dort lässt sich in die Tröge und auf die Zufahrten des Kanals blicken. Ein Informationszentrum erklärt mit Modellen und Schautafeln, wie das Hebewerk funktioniert. Die frei zugänglichen Bereiche kosten keinen Eintritt.
Bei Führungen erfahren Besucher mehr über Technik und Geschichte des Bauwerks. Die offenen Touren dauern etwa eine Stunde und werden 2026 an ausgewählten Wochenenden und Feiertagen angeboten. Eine Führung kostet zehn Euro pro Person. Kinder bis zwölf Jahre nehmen kostenlos teil. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung erforderlich. Treffpunkt ist der Parkplatz am Hebewerk in der Adendorfer Straße 44.











