Nicht weit von Aachen
In der Eifel verbirgt sich eines der schönsten Dörfer von NRW
Aktualisiert am 03.04.2026 – 05:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Auf der Suche nach einem Ausflug an Ostern? Die Burgruine Reifferscheid in der Eifel liegt nur rund eine Stunde von Aachen entfernt – und ist fast 1.000 Jahre alt.
Wer in den Osterferien einen Tagesausflug in die Eifel plant, sollte das kleine Dorf Reifferscheid im Blick haben. Zwei Türme flankieren das historische Matthiastor – wer hindurchtritt, taucht ein in eine fast 1.000 Jahre alte Geschichte. Dahinter erhebt sich die Burgruine Reifferscheid im Eifeler Hellenthal, rund 50 Kilometer südlich von Aachen. Mit etwa 500 Einwohnern ist Reifferscheid ein kleiner Ort – doch seine Ruine ist weit über die Region hinaus bekannt und gilt als sein markantes Wahrzeichen.
Die Bürger von Reifferscheid setzen sich seit Langem aktiv für den Erhalt ihrer Burgruine ein. Diese Leidenschaft wurde mehrfach offiziell gewürdigt. Im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ holte Reifferscheid 1991 auf Landesebene die Goldmedaille und auf Bundesebene die Silbermedaille. 2008 folgte beim inzwischen in „Unser Dorf hat Zukunft“ umbenannten Wettbewerb erneut eine Auszeichnung – diesmal die Silbermedaille auf NRW-Ebene.
Das Mathiastor mit seinen beiden Türmen ist das erste Highlight beim Besuch der Burgruine, die 1106 erstmals erwähnt wurde. In der Nähe liegt unter anderem die Pfarrkirche St. Mathias, die hoch über dem Ortskern auf mehr als 400 Metern Höhe thront. Umringt ist sie von zahlreichen alten Gebäuden und Fachwerkhäusern. Für Besucher ist vor der Burgruine ein Parkplatz errichtet worden.
Hinter den Burgmauern versteckt sich eine turbulente Geschichte: Jahrelang wurde die Burganlage belagert, darunter von Truppen der Erzbischöfe von Jülich, Lüttich und Köln. Erst im 15. Jahrhundert erlangte die Familie von Reifferscheid wieder die Herrschaft über die Burg, später war sie Sitz des Adelsgeschlechts Salm-Reifferscheid. 1669 wurde die Burg bei einem Brand vollständig zerstört und wieder aufgebaut.
Später gelangte das Bauwerk nahe der deutsch-belgischen Grenze in französischen Besitz. Mehr als 200 Jahre lang residierten dort französische Truppen, die große Teile der Burganlage beschädigten oder die Steine abtrugen. Erst 1889 kam sie wieder in den Besitz der Familie Salm-Reifferscheid, allerdings weitestgehend zu einer Ruine verkommen. Die Gemeinde Hellenthal kaufte die Burgruine im Jahr 1965.












