
„Da ist kein Interpretationsspielraum“
Nazi-Eklat bei Faschingsfeier in Österreich
Aktualisiert am 03.02.2026 – 14:13 UhrLesedauer: 2 Min.
In einem kleinen Ort bei Salzburg feiert ein Musikverein eine Kostümparty. Plötzlich tauchen Gruppen mit offen rechtsextremen und rassistischen Kostümen auf.
Österreich diskutiert nach einem Faschingsball über Rassismus und offen gezeigten Rechtsextremismus. Wie zuerst die „Salzburger Nachrichten“ berichteten, sollen bei der Feier am 31. Januar zwei Gruppen unabhängig voneinander mit Kostümen mit eindeutig rechtsradikaler Symbolik aufgefallen sein. Mitglieder dieser Gruppen hätten im Gespräch mit anderen Gästen deutlich und ohne Scheu gesagt, sie seien rechtsradikal und stünden für eine „weiße Gesellschaft“. Ein Gast mit dunkler Hautfarbe sei verbal angegangen worden.
Später beim Aufräumen hätten mehrere Besucher zudem einen jungen Mann gesehen, der den Hitlergruß gezeigt habe, hieß es. Dieser junge Mann soll zu keiner der beiden Gruppen gehört haben.
Die Szenen spielten sich den Berichten zufolge im kleinen 200-Einwohner-Ort Pöham im Pongau bei Salzburg ab. Zuerst sei bei dem alljährlichen Maskenball des Musikvereins Pöham eine Gruppe von bis zu 15 jungen Menschen im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren erschienen, die Ku-Klux-Klan-Kostüme trug.
„Wir waren im ersten Moment total baff und wussten nicht, was jetzt los ist“, sagte eine junge Frau, die Mitglied im Musikverein ist, den „Salzburger Nachrichten“. Die Studentin habe die Gruppe zur Rede gestellt. Die jungen Männer und Frauen hätten geantwortet, sie wüssten genau, wie weit sie gehen dürften. Mithilfe der Security sei die Gruppe des Festsaals verwiesen worden.
Später sei noch eine zweite Gruppe aufgetaucht. Diese sei in orangefarbenen Gefangenenanzügen erschienen. Auf einigen Anzügen seien als Gefangenennummern eindeutige Nazi-Codes wie „SS88“ mit schwarzem Klebeband angebracht gewesen. Auch in diesem Fall sei die Security informiert worden. Daraufhin habe die Gruppe die Klebebänder heruntergerissen.
Der Vorsitzende des Musikvereins Pöham erklärte, ein Teil der auffällig gewordenen Personen sei ihm bekannt. Es werde Anzeigen geben. „Wir verurteilen das und haben die Betroffenen sofort rausgeworfen“, sagte er über die rechtsextremen Gäste.
Historiker Christoph Kühberger von der Universität Salzburg ordnete die Vorfälle ein: „Keinesfalls fällt dies unter den Deckmantel des Faschings“, sagte er. „Jeder kennt sich aus, worauf man sich bezieht. Da ist kein Interpretationsspielraum. Das ist offen gelebter Rassismus.“










