Der FC Bayern schlägt Real Madrid im Hin- und im Rückspiel. Statt auch eigene Fehler zu suchen, reagieren die Madrilenen erneut unwürdig.
Einen Sprint hatten die Spieler von Real Madrid noch in den Beinen. Nach anstrengenden und mehr als intensiven 90 Minuten stürmten Arda Güler, Kylian Mbappé und Co. auf Slavko Vinčić zu. Sie wollten dem Schiedsrichter der Partie des FC Bayern gegen Real Madrid am Mittwoch die Meinung sagen. Reals Spieler waren sich einig: Vinčić war schuld am eigenen Ausscheiden in der Champions League.
Doch damit nicht genug. In den Minuten und Stunden danach ging die öffentlich ausgelebte Wut weiter. Jude Bellingham sprach von einem „Witz“, Trainer Alvaro Arbeloa davon, dass der Schiedsrichter das Spiel „ruiniert“ habe. Wie schon nach dem Hinspiel, das Real mit 1:2 verloren hatte, richtete sich der Frust vor allem gegen den Schiedsrichter. Statt die Fehler bei sich selbst zu suchen, schauen Spieler und Trainer regelmäßig auf andere. Das ist eines solch großen Vereins nicht würdig.
Die Gelb-Rote Karte gegen Eduardo Camavinga, der Auslöser der madrilenischen Wut, war eine harte Entscheidung, keine Frage. Und womöglich hätte sich Vinčić auch gegen einen Platzverweis entschieden, hätte er nicht vergessen, dass der Franzose schon Gelb hatte. Aber gleichzeitig hätte Camavinga auch einfach wegbleiben und den Ball nicht in die Hand nehmen können, um das Spiel zu verzögern.
Dass sich Real Madrid nach dem Spiel so echauffierte, obliegt einer gewissen Ironie. Denn die „Königlichen“ hätten sich durchaus auch bei Vinčić bedanken können. Das Foul vor dem Freistoß zum 2:1 durch Arda Güler war ein schmeichelhafter Pfiff. Der Tritt von Antonio Rüdiger gegen Josip Stanišić vor dem 3:2 durch Kylian Mbappé blieb ungeahndet. Und auch Vinícius Júnior, der Joshua Kimmich beim Aufstehen zu Boden schubste, blieb unbestraft. All das vergaßen die Spieler Reals offenbar, als sie zum Schiedsrichter marschierten.
Schon nach dem Hinspiel hatte sich Álvaro Arbeloa über den Schiedsrichter aufgeregt, weil Jonathan Tah nach einem Zweikampf gegen Kylian Mbappé nicht Rot gesehen hatte. Den möglichen Elfmeter gegen Michael Olise in der Nachspielzeit ließ er unerwähnt.
Dabei hätten sie genug Grund gehabt, sich über sich selbst zu ärgern. Im Hinspiel entfachte Real viel zu spät die eigene Kraft und Dynamik, mit der sie die Bayern in die eigene Hälfte drängten. Im Rückspiel waren die Madrilenen in der Schlussphase viel zu passiv, Reals letzter Torschuss datierte aus der 71. Minute. Und auch das Abwehrverhalten einiger Spieler war ausbaufähig. Sechs Gegentore in zwei Spielen sind zu viele. Aber auch darüber schwiegen die Spanier.











