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Home » Radioaktives U-Boot-Wrack der „Komsomolez“ im Nordmeer strahlt immer noch
Panorama

Radioaktives U-Boot-Wrack der „Komsomolez“ im Nordmeer strahlt immer noch

By zeit-heute.deMärz 24, 20263 Mins Read
Radioaktives U-Boot-Wrack der „Komsomolez“ im Nordmeer strahlt immer noch
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Atom-Wrack im Nordmeer

Versunkenes Sowjet-U-Boot strahlt immer noch

Aktualisiert am 24.03.2026 – 08:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug ROV Ægir 6000 ist in der norwegischen See in einer Tiefe von fast 1700 Metern am Wrack des U-Boots im Einsatz. (Archivbild) (Quelle: Institute of Marine Research/Havforskningsinstituttet)

Seit 1989 liegt die „Komsomolez“ in knapp 1.700 Metern Tiefe – und strahlt noch immer. Neue Messungen zeigen Radioaktivitätswerte, die bis zu 800.000-mal über dem natürlichen Niveau liegen.

Forscher haben am Wrack des sowjetischen Atom-U-Boots „Komsomolez“ im Europäischen Nordmeer hohe Strahlungswerte gemessen. Auch Meerestiere in der Umgebung des Wracks haben demnach radioaktives Cäsium aufgenommen.

Ein Team um Justin Gwynn von der Norwegian Radiation and Nuclear Safety Authority in Tromsø hat die Ergebnisse im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht. Die Werte für das Isotop Strontium-90 lagen bis zu 400.000-mal über dem natürlichen Niveau, jene für Cäsium-137 sogar bis zu 800.000-mal. Die natürliche Radioaktivität beider Isotope liegt in diesem Seegebiet bei einem Becquerel pro Kubikmeter. Meeresströmungen verdünnen die Radioaktivität dem Team zufolge schnell.

Die höchsten Werte maßen die Wissenschaftler an einem Lüftungsrohr auf dem Turm des U-Boots und an einem nahegelegenen Metallgitter. Dort sammelten sie auch Meereslebewesen ein. Erhöhte Cäsium-137-Werte fanden sie in Proben von Weichkorallen, Seeanemonen und Schwämmen. „Obwohl diese Werte nicht so hoch sind, dass bedeutsame Auswirkungen zu erwarten wären, liegen sie über den für Bodenorganismen aus dem Europäischen Nordmeer üblichen Werten“, schreibt das Team. Die großen Fischbestände seien derzeit nicht gefährdet.

Die „Komsomolez“ sank am 7. April 1989 während des Kalten Krieges im Europäischen Nordmeer, auch Norwegische See genannt. Zwischen Norwegen und Spitzbergen brach in etwa 400 Metern Tiefe im Heck ein Brand aus. Die Besatzung pumpte Luft in die Ballasttanks, um aufzutauchen. Die Forscher vermuten, dass dabei die Leitung zum Backbord-Ballasttank versagte. Hochdruckluft drang in Schott 7 ein, das Feuer breitete sich explosionsartig aus. Das Boot erreichte die Oberfläche, ein brandbedingtes Leck ließ es aber sinken. Nur 27 der 69 Menschen an Bord überlebten.

1994 versiegelte Russland die Torpedorohre und andere Öffnungen des Wracks mit Titanplatten. Seit 2013 überwacht Norwegen das Wrack. 2019 schickten Forscher ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge in die Tiefe und entnahmen Proben. Die Titanversiegelungen seien noch intakt. Im Bereich des beschädigten vorderen Teils fanden sich keine Plutoniumspuren aus den Sprengköpfen im Torpedoraum. Es gebe aber Anzeichen dafür, dass radioaktives Material aus dem atomaren Antrieb und gelagerter nuklearer Brennstoff zerfallen.

Vom atomaren Antrieb seien – ausgehend von ursprünglich 29 Billiarden Becquerel – noch schätzungsweise drei Billiarden Becquerel übrig. Das Team empfiehlt eine weitere Überwachung des Wracks, weil vom Antrieb und von den zwei atomaren Sprengköpfen weiterhin radioaktive Partikel entweichen könnten.

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