„Massive Traumatisierung“

Block-Kinder entführt: Psychiaterin sieht schwere Folgen

13.08.2026 – 18:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Christina Block im Gerichtssaal: In dem Prozess in Hamburg hat eine Sachverständige ihr Gutachten zu den Folgen der Entführung für die Kinder vorgetragen. (Quelle: Marcus Brandt/dpa Pool /dpa/dpa-bilder)

An Silvester 2023/24 werden zwei Kinder von Christina Block vom Wohnort des Vaters in Dänemark entführt. Eine Psychiaterin spricht nun von schweren Folgen.

Die Entführung der Block-Kinder vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark hat für den damals zehnjährigen Jungen und dessen 13-jährigen Schwester traumatische Folgen gehabt. Das erklärte die Kinder- und Jugendpsychiaterin Mareike Schüler-Springorum im Prozess am Hamburger Landgericht nach Angaben einer Gerichtssprecherin.

„Die Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass die Kinder durch das Erleben ihrer eigenen Entführung, das Erleben der Entführung, das Erleben der Entführung ihres Geschwisterkindes und das Erleben des Angriffs auf den Vater mit unklarem Ausgang in der Silvesternacht 2023/2024 einer massiven Traumatisierung ausgesetzt seien, deren Folgen bis heute andauerten“, teilte die Sprecherin nach Abschluss der nicht öffentlichen Gutachtenerstattung mit.

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Die Unternehmerin Christina Block (53) ist angeklagt, im Zuge eines langen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder – damals 10 und 13 Jahre alt – nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“ bestreitet die Vorwürfe. Bei der Aktion war der Vater nach eigenen Angaben niedergeschlagen und verletzt worden.

Sachverständige sprach mit Kindern

Für ihr Gutachten habe die Sachverständige neben den Prozessakten auch medizinische, psychologische und schulische Unterlagen ausgewertet. Außerdem habe sie mit den Kindern gesprochen. Sowohl die Richter als auch die Staatsanwaltschaft, die Nebenkläger und die Verteidiger hätten Gelegenheit bekommen, ihre Fragen zu stellen, erklärte die Gerichtssprecherin weiter. Nebenkläger sind neben Blocks Ex-Mann auch die Kinder, die im Prozess von einer Anwältin vertreten werden.

Christina Block (r.) mit ihrem Anwalt Ingo Bott: Der Prozess in Hamburg zieht sich bereits über Monate. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)

Die insgesamt sieben Angeklagten, ihre Verteidiger und die Staatsanwaltschaft haben das Recht, Stellungnahmen zu den Ausführungen der Ärztin abzugeben. Da noch nicht alle Beteiligten dazu Gelegenheit hatten, bleibt die Öffentlichkeit auch am nächsten Verhandlungstag am Freitag zunächst noch ausgeschlossen.

Unter den Mitangeklagten von Block ist ihr Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling (67), dem Beihilfe vorgeworfen wird. Nur einer der Angeklagten, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt. Sollten die Beschuldigten verurteilt werden, könnten die Folgen der Entführung für die Kinder das Strafmaß beeinflussen.

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