1.200 Anlegern droht Totalverlust

Deutscher Investmentfonds verzockt sich – Insolvenz

13.08.2026 – 18:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Frau mit Schutzbrille und Maske bei der Arbeit mit Reagenzgläsern (Symbolbild): Das Investment in ein Labor- und Bürogebäude ging für Deutsche Finance nach hinten los. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Dmitri Maruta/imago)

Ein Immobilienprojekt bei Boston ist für einen deutschen Fonds zum Verlustgeschäft geworden. Rund 58 Millionen Dollar von Privatanlegern stehen auf dem Spiel.

Der DF Deutsche Finance Investment Fund 17 hat angekündigt, einen Insolvenzantrag stellen zu wollen. Rund 1.200 Anleger müssen mit einem vollständigen Verlust ihrer Beteiligung rechnen, wie aus einer Anlegerinformation vom Mittwoch hervorgeht. Zuvor hatten die Nachrichtenagentur Bloomberg und das „Handelsblatt“ über den Fall berichtet.

Der geschlossene Fonds von Deutsche Finance hatte ab 2021 rund 58 Millionen Dollar bei Privatanlegern eingesammelt. Das Geld floss in die Entwicklung eines Labor- und Bürogebäudes in Somerville bei Boston. Das 2024 fertiggestellte Gebäude blieb jedoch vollständig unvermietet.

Der Markt für Immobilien der Life-Science-Branche in den USA ist nach einem Boom unter Druck geraten. Steigende Zinsen, weniger Wagniskapital und eine sinkende Nachfrage nach Laborflächen belasteten zahlreiche Projekte. Im Geschäftsbericht für 2024 bezifferte der Fonds den Wert seiner Vermögenswerte nur noch auf rund 24 Millionen Dollar.

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Investementfonds insolvent: Vollständiger Verlust erwartet

Ein Verkauf der Immobilie ist inzwischen ebenfalls gescheitert. Nach Angaben des Rechtsanwalts Christopher Kress auf dem Portal anwalt.de konnte ein Kaufinteressent die Finanzierung nicht sicherstellen. Ein Wertgutachten aus dem Jahr 2025 habe zudem einen Immobilienwert ausgewiesen, der unter dem noch ausstehenden Darlehen lag.

Nun soll das Gebäude laut Anlegerinformation an die finanzierende Bank übergehen, um eine Zwangsvollstreckung zu vermeiden. Der Fonds verfügt demnach über keine weiteren wesentlichen Vermögenswerte. Die Geschäftsführung erwartet deshalb keine nennenswerten Auszahlungen mehr an die Anleger und will wegen Überschuldung einen Insolvenzantrag stellen.

Für die Münchner Deutsche Finance Group ist der Fall ein weiterer Rückschlag. Der Vermögensverwalter betreut laut Bloomberg mehr als zehn Milliarden Euro und steht bereits wegen verlustreicher Geschäfte für institutionelle Investoren unter Druck. Bei einem Investmentvehikel der Bayerischen Versorgungskammer, über das mehrere US-Immobilien gekauft wurden, drohen demnach Verluste von bis zu einer Milliarde Dollar.

Der nun von der Insolvenz bedrohte Fonds ist von diesem Mandat allerdings getrennt und richtete sich an Privatanleger. Deutsche Finance reagierte laut Bloomberg zunächst nicht auf mehrere Anfragen zu dem Fonds.

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