
Lange Wartezeit trotz Automaten
Verbände warnen vor Chaos an Flughäfen in der Hochsaison
11.02.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Wenn man eines in der Sommersaison nicht gebrauchen kann, dann Chaos an Flughäfen. Hochmoderne Automaten sollten das eigentlich verhindern.
Weil die Einführung der neuen elektronischen Grenzkontrollen für Nichteuropäer wackelig läuft, schlagen Flughafenverbände in ganz Europa sowie der Welt-Luftfahrtverband Iata jetzt Alarm. Sie warnen vor chaotischen Zuständen in den Sommermonaten. Das berichtet das Touristikbranchenblatt „FVW Travel-Talk“.
Doch die Umsetzung des Systems gestaltet sich laut „FVW“ schwierig. Technische Probleme, Verzögerungen und lange Wartezeiten prägten den Alltag. Am Flughafen Lissabon sei EES bereits wieder ausgesetzt worden, nachdem Wartezeiten von bis zu sieben Stunden entstanden waren. Auch in Madrid, Paris sowie an Flughäfen in Italien und Griechenland kommt es den Angaben nach regelmäßig zu Verzögerungen von drei Stunden und mehr. Mit Blick auf die Hochsaison rechnen Luftfahrtmanager demnach mit erheblichen Verzögerungen der Abläufe.
Es drohten Wartezeiten von möglicherweise vier Stunden und mehr, wenn nicht „sofort Maßnahmen für mehr Flexibilität ergriffen“ würden, heißt es laut „FVW“ in einem gemeinsamen Brief der Flughafenorganisation ACI Europe, des Verbundes Airlines for Europe (A4E) und der International Air Transport Association (IATA) an den zuständigen EU-Kommissar Magnus Brunner. „Es besteht eine völlige Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der EU-Institutionen, dass das EES gut funktioniert, und der Realität, in der Reisende aus Nicht-EU-Ländern massive Verspätungen und Unannehmlichkeiten erleben“, beklagen die Vertreter demnach weiter.
Die Einführung des EES müsse flexibel sein, um auf die betrieblichen Gegebenheiten reagieren zu können. Dies sei eine unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg – und um den Ruf der EU als effizientes, einladendes und begehrtes Reiseziel zu wahren. Unter einem Plus an Flexibilität verstehen die Verbände nach Einschätzung der „FVW“-Experten konkret, dass Schengen-Mitgliedstaaten bis Ende Oktober 2026 die Möglichkeit behalten sollen, das EES teilweise oder vollständig auszusetzen.
Die Verbände legen in dem Brief auch dar, was ihrer Meinung nach zu den Verzögerungen beim EES führt. Das sei vor allem chronischer Personalmangel an den Grenzkontrollen, denn: „Ohne Hilfestellung kommen viele Reisende außerdem mit dem System nicht zurecht.“











