Folge des Iran-Kriegs
Inflation auf höchstem Stand seit Anfang 2024
Aktualisiert am 10.04.2026 – 09:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Ölpreisschock im März hat die Teuerungsrate in Deutschland sprunghaft nach oben getrieben. Wie geht es weiter mit der Inflation nach der inzwischen verkündeten Waffenruhe im Nahen Osten?
Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im März sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate auf 2,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorläufige Berechnungen bestätigte. Im Februar hatten die Verbraucherpreise noch 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
Erstmals seit Dezember 2023 verteuerte sich die Energie – und zwar kräftig: Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im März den Angaben zufolge um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. „Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert“, sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand.
An der Spitze lagen die jahresbezogenen Preissteigerungen für leichtes Heizöl (+44,4 Prozent) und Kraftstoffe (+20,0 Prozent). Literpreise von mehr als zwei Euro sind seit Wochen die Regel an Deutschlands Tankstellen. Daran hat bisher auch die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel nichts geändert, die Tankstellen Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, erlaubt. Auch Gas und Strom haben sich für Neukunden zuletzt deutlich verteuert, blieben aber noch unter den hohen Vorjahreswerten.
Hoffnung, dass die höheren Energiekosten nicht in dem Maße wie befürchtet auf andere Preise hierzulande durchschlagen werden, macht die kurz nach Ostern verkündete Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.
In diesem Zuge hatte der Iran auch ein Ende der Blockade der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus angekündigt. Öl verbilligte sich in der Folge an den Weltmärkten deutlich.
Solange der Konflikt im Nahen Osten nicht endgültig gelöst ist, bleibt jedoch Unsicherheit. Volkswirte hatten im März einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise für April in Deutschland vorhergesagt. Mit Beginn der Reisesaison könnten sich etwa Flugtickets und Pauschalreisen verteuern.










