
Feuerkatastrophe in der Schweiz
Polizei wirft Barbetreibern fahrlässige Tötung vor
Aktualisiert am 03.01.2026 – 15:58 UhrLesedauer: 2 Min.
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40 Menschen verloren ihr Leben. Jetzt müssen sich die Betreiber der abgebrannten Bar in Crans-Montana Strafermittlungen stellen.
Die Schweizer Polizei hat eigener Auskunft zufolge eine Strafuntersuchung gegen die Betreiber der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana eröffnet. Den beiden werde „fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen“, teilten die Beamten am Samstag mit.
Gleichzeitig betonte die zuständige Kantonspolizei Wallis, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gelte.
Bei dem Brand in der Silvesternacht sind mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. 119 weitere wurden teils schwer verletzt. Von den Verletzten waren bis Freitag 113 identifiziert worden. Darunter waren 71 Schweizer sowie 14 Franzosen, 11 Italiener, 4 Serben sowie einzelne Personen aus anderen Ländern. Deutsche Opfer wurden bislang nicht gemeldet.
50 der Verletzten sollen in andere europäische Länder ausgeflogen werden, weil die Kapazitäten vor Ort fehlen, alle Schwerstverletzten angemessen zu versorgen. Ärzte rechnen damit, dass die Zahl der Toten weiter steigt.
Bei der Ursachensuche für das verheerende Feuer in der Bar „Le Constellation“ geht es unter anderem um den Brandschutz. Hatte das Lokal genügend Notausgänge und waren sie korrekt ausgeschildert?
Augenzeugen berichteten, die Partygäste hätten alle versucht, über eine einzige enge Treppe aus dem Untergeschoss zu fliehen. Dabei sei es zu Gedränge gekommen, einige hätten nur noch an den hochgestreckten Armen herausgezogen werden können. Andere sagten, hinter einer verschlossenen Tür seien durch eine Glasscheibe verzweifelte Menschen zu sehen gewesen, die nicht hinauskamen.
Im Internet tauchten unterdessen Fotos auf, die einen 2015 vorgenommenen Umbau der Bar zeigen sollen. Bei diesem Umbau sei offenbar die Treppe nach oben erheblich schmaler gemacht worden, berichtete unter anderem das Portal „20 Minuten“.
Eine Barkeeperin aus Crans-Montana, die im „Le Constellation“ Stammgast gewesen sein soll, beschrieb der „Bild“-Zeitung die Situation vor Ort so: „Es gab einen Eingang, der zugleich auch Ausgang war. Und dann gab es noch einen Notausgang. Aber wenn ich dort zu Gast war, war der immer versperrt. Alle im Ort wussten, das läuft irgendwann schief.“







