Einsatz in Psychiatrie

Polizei fixiert Patient – er stirbt


18.05.2026 – 17:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Schild des Psychiatrischen Zentrum Nordbaden: Bei einem Polizeieinsatz ist ein Patient ums Leben gekommen. (Quelle: Uli Deck/dpa)

In einer Psychiatrie in Baden-Württemberg lässt sich ein Patient nicht durch die Pfleger beruhigen. Als diese die Polizei rufen, eskaliert die Situation. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Bei einem Polizeieinsatz in Baden-Württemberg ist in der Nacht zum Montag ein 34-jähriger Psychiatriepatient gestorben. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg kollabierte der Mann, als er von Beamten fixiert wurde und konnte nicht mehr reanimiert werden.

Demnach wurden die Beamten zum Psychatrischen Zentrum Nordbaden bei Wiesloch gerufen, weil sich der Mann aggressiv verhalten habe. Die Pflegekräfte und die Stationsärztin hätten im Vorfeld selbstständig versucht, den Mann zu fixieren, seien damit aber gescheitert. Der 34-Jährige habe sich mit großer Kraft gewehrt.

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Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Nach dem Eintreffen der Polizisten hätten die Beamten „unmittelbaren Zwang mit dem Ziel der Fixierung des Patienten angewendet“. Der Mann habe sich weiter gewehrt und sei schließlich kollabiert. In der Mitteilung heißt es, dass der Mann „reanimationspflichtig“ wurde.

Ein Polizeisprecher der Staatsanwaltschaft wollte auf Anfrage von t-online aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, wie viele Polizisten an dem Einsatz beteiligt waren.

Wie die Behörden mitteilen, gab es sofort ärztliche Hilfe, es konnte aber nur der Tod des Mannes festgestellt werden. Laut Staatsanwaltschaft wurde eine Obduktion des Mannes in Auftrag gegeben. Es werde nun von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt ermittelt, ob sich die an der Fixierung beteiligten Beamten der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht haben.

Der Tote war laut Mitteilung seit mehreren Wochen Patient in dem Zentrum. Er sei in der Einrichtung freiwillig untergebracht gewesen.

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