Leiche nach 25 Jahren identifiziert

„Mädchen aus dem Main“ – Vater nach brutaler Tat in U-Haft


Aktualisiert am 18.05.2026 – 10:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Gesichtsrekonstruktion der Beamten: So soll die Tote ausgesehen haben. (Quelle: Hessisches Landeskriminalamt)

Ein junges Mädchen wird im Main gefunden. Die Leiche ist verpackt und mit einem Sonnenschirmständer beschwert. Jahrelang wissen die Ermittler nicht, wer die Tote ist. Jetzt sitzt ein Mann in Haft.

25 Jahre nach dem Fund einer toten Jugendlichen im Main hat die Polizei das Mädchen identifiziert und einen Tatverdächtigen festgenommen. Es ist der inzwischen 67 Jahre Vater des Opfers. Seine Tochter war 16 Jahre alt, als er sie getötet haben soll.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten, wurde der Mann am vergangenen Dienstag festgenommen. Noch am selben Tag ordnete eine Ermittlungsrichterin Untersuchungshaft an.

Täter hatte Mädchen in Hockstellung verschnürt

Die entscheidenden Hinweise ergaben sich den Beamten zufolge durch die internationale Kampagne „Identify Me“, im Rahmen derer im Oktober 2024 dazu aufgerufen wurde, Hinweise auf die Identität des „Mädchens aus dem Main“ und zur Ermittlung des Täters zu geben. „Identify Me“ ist eine internationale Fahndungskampagne zur Identifizierung von Frauen, von denen viele vermutlich einem Tötungsdelikt zum Opfer fielen.

Die Leiche des „Mädchens aus dem Main“ war am 31. Juli 2001 von Passanten im Fluss entdeckt worden. Die tote Jugendliche trieb in Höhe von Frankfurt-Nied im Wasser, sie war in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster und ein Frottee-Betttuch eingewickelt worden. Der Täter hatte die Leiche in eine Hockstellung gebracht: Die Beine des Mädchens waren angewinkelt und an die Brust gepresst, die Arme eng am Körper angelegt. Der verpackte Leichnam war zusammengeschnürt und mit einem Band an einen Sonnenschirmständer gebunden.

Auffällig: Der Leichnam des Mädchens war mit bis zu zehn Zentimeter breiten Textilbändern umwickelt und verknotet. Laut Polizei handelte es sich um sogenannte Nalas, die im pakistanischen, afghanischen sowie auch teilweise im indischen Kulturkreis als Gürtel zum Binden für Pluderhosen benutzt werden.

Der beschuldigte 67-Jährige wurde in Pakistan geboren. Er soll seine 16-jährige Tochter zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung in Offenbach durch eine Vielzahl brutaler Schläge getötet haben. Die Ermittlungen dauern an.

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