Mehr als nur Willenskraft nötig

Rauchen: Was wirklich beim Aufhören hilft


18.05.2026 – 12:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Ob Menschen erfolgreich mit dem Rauchen aufhören, ist nicht nur vom eigenen Willen abhängig (Quelle: IMAGO/Daniel Scharinger/imago)

Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, sind oft zum Scheitern verurteilt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei im sozialen Umfeld.

Aller Anfang ist schwer – bei Rauchern ist es eher das Ende. Viele Raucher versuchen regelmäßig, vom Nikotin loszukommen. Doch häufig bleibt es beim Versuch. Eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt nun, was die Menschen überhaupt dazu veranlasst, aufzuhören. Und welche Faktoren helfen, dass der Versuch am Ende erfolgreich ist.

Insgesamt analysierten die Forscher dabei die Daten von 50.000 Rauchern aus 29 Ländern. Dabei zeigte sich: Der Staat kann mit Gesetzen das Verhalten der Raucher beeinflussen. So erhöhen strenge Gesetze zur Tabakprävention, etwa Rauchverbote, Warnhinweise oder höhere Tabaksteuern, die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Politik kann Anstöße liefern

„Politische Maßnahmen schaffen den entscheidenden Anstoß“, sagt Studienleiter Titus Brinker. „Länder mit umfassender Tabakkontrolle verzeichnen mehr Rauchstopp-Versuche als Länder, die weniger Tabakkontrollmaßnahmen umgesetzt haben.“

Ob der Rauchstopp-Versuch am Ende erfolgreich ist, hängt jedoch zumeist vom privaten Umfeld ab. Besonders wichtig ist dabei, ob im eigenen Umfeld andere Menschen rauchen: Wer von Rauchern umgeben ist, hat deutlich geringere Chancen, dauerhaft aufzuhören.

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Auch eine hohe Nikotinabhängigkeit verschlechtert die Chancen beim Rauchstopp. Diese zeigt sich beispielsweise daran, wie früh am Tag die erste Zigarette angezündet wird. Wer bereits in den ersten fünf Minuten des Tages raucht, hat es deutlich schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören.

Ein rauchfreies Zuhause beziehungsweise Umfeld erhöht hingegen die Chancen auf eine erfolgreiche Entwöhnung. Auch wer erst nach dem 24. Lebensjahr mit dem Rauchen begonnen hat, kann leichter wieder aufhören.

Mehr als nur Willenskraft

„Ein erfolgreicher Rauchstopp ist nicht nur eine Frage des Willens. Er wird stark vom sozialen Umfeld, den Lebensbedingungen und den politischen Rahmenbedingungen ihres Heimatlandes beeinflusst“, so Christoph Wies, der Erstautor der Arbeit. Laut den Autoren zeigt die Studie, dass eine erfolgreiche Tabakprävention zwei Ebenen benötigt:

  • Konsequente Tabakkontrollmaßnahmen, die zum Aufhören motivieren
  • Gezielte Unterstützung für einzelne Raucher, vor allem durch ein rauchfreies soziales Umfeld

Rauchen gilt in Deutschland als größtes vermeidbares Gesundheitsrisiko. Laut Bundesgesundheitsministerium sterben hierzulande jährlich mehr als 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

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Jeder Fünfte raucht

Trotz rückgängiger Quoten raucht in Deutschland weiterhin jeder Fünfte. Dies liegt laut Experten auch einer zu zögerlichen Präventionspolitik. Im Public Health Index der AOK, in dem die Präventionspolitik in 18 europäischen Ländern untersucht wurde, landete Deutschland auf dem vorletzten Platz – lediglich die Schweiz schnitt noch schlechter ab. Kritisiert wurde vor allem, dass gerade beim Jugendschutz (Werbebeschränkungen, Ausweitung rauchfreier Zonen) oder bei der Besteuerung noch deutlich mehr gemacht werden könne.

Aktuell plant die Bundesregierung, die Tabaksteuer anzuheben – um insgesamt 20 Prozent. Bereits zum 1. September dieses Jahres ist eine Erhöhung um 14,8 Prozent vorgesehen. Zum Jahreswechsel ist dann ein weiterer Aufschlag von rund fünf Prozent geplant.

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