
Zufallsfund in Bayern
Illegale Chats: Ermittlungen gegen mehr als 250 Menschen
Aktualisiert am 05.01.2026 – 15:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Missbrauchsdarstellungen, Hitler-Bilder, Nazisymbole – die Polizei ermittelt aktuell gegen Hunderte Menschen, die in einschlägigen Chatgruppen illegale Inhalte verschickt haben. Auslöser war ein Zufallsfund.
In Bayern wird gegen mehr als 250 deutsche und ausländische Verdächtige ermittelt, die in Chats mehr als 1.000 Nachrichten mit strafrechtlich relevanten Inhalten getauscht haben sollen. Laut einem Sprecher der Polizeiinspektion Niederbayern wird diese Arbeit noch fortgesetzt: „Es gibt noch immer viele Dateien, die gesichtet werden müssen.“ Das gesamte Ausmaß stehe bis jetzt nicht endgültig fest.
Wie die Polizei Niederbayern mitteilt, laufen die Ermittlungen bereits seit 2022. Damals wurden die Beamten durch Ermittlungen der Polizei Oberfranken auf den Fall aufmerksam. Bei der Auswertung der Handys einer beschuldigten Person ergab sich dabei ein Verdacht gegen einen damals 20-jährigen Mann aus dem Landkreis Kelheim. Er soll Missbrauchsdarstellungen von Kindern verschickt haben. „Es ist nicht selten, dass man über ein Handy, das einer Person in gewissen Kreisen gehört, schnell auch auf andere Fälle stößt“, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Niederbayern zu t-online.
Damals sei daraufhin die Wohnung des 20-Jährigen durchsucht und sein Handy sichergestellt worden, so der Sprecher. Bei der späteren Sichtung des Telefons wurde der Anfangsverdacht bestätigt. „Die Funde darauf sind brisant“, so der Polizeisprecher.
Zunächst konnten bei ihm über 1.500 Dateien mit Missbrauchsinhalten festgestellt werden. In verschiedenen Chats und Gruppen fanden die Beamten später aber auch verfassungsfeindliche und gewaltverherrlichende Inhalte. Dabei wurden weitere 1.000 strafrechtlich relevante Inhalte in einer Vielzahl von Nachrichten entdeckt. „Insgesamt reden wir hier von mehr als 230.000 Nachrichten und über 80.000 Dateianhängen, die bisher gesichtet wurden. Es sind Unmengen an Daten und ein enormer Aufwand. Jede Nachricht muss bewertet werden“, stellt der Polizeisprecher fest. Die Ermittlungen dauern weiter an.
Die strafrechtlich relevanten Inhalte sollen von „einschlägigen Seiten im Darknet“ stammen. Beweise dafür, dass die Missbrauchsabbildungen selbst erstellt wurden, gebe es nicht, stellt der Polizist klar.
Zu den Verdächtigen, zu ihren Wohnorten und dazu, ob sie zuvor bereits als Täter in Erscheinung getreten sind, machte der Sprecher keine Angaben. Wie ihre Fälle nun weiter behandelt werden, liegt bei den Polizeidienststellen der einzelnen Bundesländer.
„Wir identifizieren die Täter und leiten ihre Daten an die dortigen Kollegen weiter. Sie nehmen daraufhin die Ermittlungen auf und leiten diese an die Staatsanwaltschaften weiter.“ Das zu erwartende Strafmaß für die genannten Taten sei dabei sehr individuell. „Es hängt davon ab, wie extrem die Verstöße sind und ob die Person schon Vorstrafen hat oder nicht.“ Wann die Daten vollständig gesichtet sind und die Fälle vor Gericht verhandelt werden können, ist bislang nicht bekannt.










