
Wintersport brutal
Pistenrambos lassen verletzte Kinder liegen
Aktualisiert am 06.02.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.
In Tiroler Skigebieten ziehen sich fünf Menschen teils schwere Verletzungen zu. In einigen Fällen lassen Unfallbeteiligte die Opfer einfach auf der Piste liegen.
Die Zahl der Verletzten beim Wintersport steigt. Die Landespolizeidirektion Tirol berichtet am Freitag von mehreren Vorfällen, die sich alle am Donnerstagabend ereignet haben.
Im Skigebiet Söll verletzte sich gegen 19.45 Uhr ein Deutscher aus dem Landkreis Rosenheim beim Nachtskifahren schwer. Er verlor bei der Abfahrt auf einer roten Piste im unteren Abschnitt die Kontrolle, stürzte ohne Fremdbeteiligung und knallte mit dem Kopf gegen eine Bande. Diese war zwar gepolstert, zudem trug der Gestürzte einen Helm. Das verhinderte jedoch nicht, dass der 24-Jährige in ein Krankenhaus gebracht werden musste.
Rund 15 Minuten später verletzte sich ebenfalls im Skigebiet Söll ein stark alkoholisierter Niederländer. Als Mitglied einer vierköpfigen Rodelgruppe wollte der 57-Jährige die Pisten wechseln, kam aber vom Weg ab und donnerte eine gesperrte, rote Piste hinunter. Dort krachte er am Abstellplatz für Pistenraupen gegen das Schild eines Pistengerätes. Er kam in ein Krankenhaus. Wie schwer er sich verletzt hat, konnte die Polizei nicht sagen.
Zwei weitere Rodelunfälle ereigneten sich auf der Rodelbahn der Hochzeiger Bergbahnen in Jerzens. In beiden Fällen ließen Unfallbeteiligte verletzte Kinder einfach auf der Piste zurück, ohne sich um sie zu kümmern. Die Tiroler Polizei spricht in diesen Fällen von strafbarer Fahrerflucht.
Gegen 20.45 Uhr verletzte sich ein acht Jahre altes Mädchen, das mit seinem Vater talwärts rodelte, als der Vater gegen einen am Rand abgestellten Schlitten stieß. Die Gruppe, die den Schlitten stehen gelassen hatte, fuhr einfach weg. Die Achtjährige musste in ein Krankenhaus.
30 Minuten später rammte ein Rodler den Schlitten eines Achtjährigen von hinten und fuhr weiter, ohne anzuhalten. Das Unfallopfer wurde von der Bergrettung erstversorgt, seine Mutter brachte den Jungen zum Arzt.
Auf unterlassene Hilfeleistung stehen in Österreich bis zu sechs Monate Haft. Wenn das Opfer stirbt, sind sogar zwölf Monate möglich.
Einen fünften Verletzten verzeichnete die Landespolizeidirektion Tirol abseits der Pisten: Im Skiort Gerlos geriet demnach ein 30-jähriger Niederländer mit anderen Hotelgästen in Streit. Der Betrunkene trat die Tür seines Zimmers im zweiten Stock ein, demolierte die Einrichtung und sprang dann aus einer Höhe von etwa acht bis zehn Metern vom Balkon.
Die Polizei fand den Mann im Bereich des Nachbarhauses auf einem Feld. Er sei aufgebracht gewesen, hieß es, und kam mit einer schweren Beinverletzung ins Krankenhaus.










