CDU-Politiker Philipp Amthor hat AfD-Mann Bernd Baumann bei „Maischberger“ eine deutliche Absage erteilt. Dabei wurde es im Studio mehr als einmal lautstark.
Was trennt CDU und AfD? Diese Frage hat Sandra Maischberger am Mittwochabend mit CDU-Politiker Philipp Amthor und AfD-Mann Bernd Baumann diskutiert. Ausgerechnet bei der Vorstellung der Gäste unterlief ihr dabei eine kleine Panne. Nachdem die Moderatorin Baumann als parlamentarischen Geschäftsführer der AfD angekündigt hatte, fuhr sie fort mit den Worten: „und Philipp Amthor aus dem Bundesvorstand der Af… der CDU.“ „Das wäre fast schief gelaufen“, kommentierte Maischberger ihren Holperer.
- Philipp Amthor (CDU), Generalsekretär Mecklenburg-Vorpommern
- Bernd Baumann (AfD), Parlamentarischer Geschäftsführer
- Sebastian Ebel, Vorstandsvorsitzender TUI Group
- Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios
- Mariam Lau, „Die Zeit“-Journalistin
- Ulrike Herrmann, „Taz“-Journalistin
Amthor nutzte das Zusammentreffen mit Baumann, um deutlich zu machen, dass für ihn und seine Partei eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen bleibt. Auch, wenn es inhaltlich gelegentlich Überschneidungen gebe, habe sich die Position der CDU gegenüber der AfD „um keinen Millimeter geändert“, erklärte Amthor bei „Maischberger“. Die Christdemokraten machten Politik, damit die AfD wieder dahin komme, „wo sie hingehört“, an den politischen Rand, so der CDU-Mann.
Ob es die Sache wert gewesen sei, dass Kanzlerkandidat Friedrich Merz sein Wort gebrochen habe, um mit AfD-Stimmen einen am Ende wirkungslosen Unions-Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik durchzubringen, wollte Maischberger von Amthor wissen.
Es sei eine Frage der „Selbstbehauptungskraft der politischen Mitte“, dass die Union sich nicht von der AfD diktieren lasse, wie sie über ihre eigenen Anträge abstimme, erklärte Amthor. Anstoß nahm er an den „Jubelbildern“ der AfD, die nach der Mehrheit für den Antrag entstanden seien. Der AfD gehe es um die Inszenierung der eigenen Partei, interpretierte Amthor. „Uns geht es um die Sache“, so der CDU-Mann.
Was er von besorgten Äußerungen von Holocaust-Überlebenden wie Albrecht Weinberg hielt, die nach der gemeinsamen Abstimmung von CDU und AfD gegen Merz protestiert hatten, wollte Maischberger von Amthor wissen. Es habe „sehr unterschiedliche“ Reaktionen gegeben, erklärte Amthor. Mehrere Tausend Menschen seien nach dem Antrag auch in die CDU eingetreten. Einzelne negative Reaktionen basierten seiner Meinung nach „an vielen Stellen“ auf Fehlinterpretationen von links-grün.
„Lassen Sie uns über die Holocaust-Überlebenden reden“, forderte Maischberger auf. „Natürlich berührt mich das“, erklärte Amthor. Er ärgere sich jedoch auch über derartige Reaktionen. Von Baumann wollte die Moderatorin ebenfalls wissen, wie er über die Warnungen der Holocaust-Überlebenden vor der AfD denke. „Gibt ihnen das zu denken?“, fragte sie. „Die deutsche Geschichte steckt uns allen in den Knochen, das ist überhaupt keine Frage“, so der AfD-Mann. Aktuelle Probleme jüdischer Mitbürger seien jedoch Folge der unbeschränkten Massenmigration, führte er aus.
Darum sei es in den Äußerungen nicht gegangen, stellte Maischberger klar. Holocaust-Überlebende wie Weinberg hätten gewarnt, dass man mit einer Partei wie der AfD nicht zusammenarbeiten dürfe und dabei Parallelen zur Vergangenheit gezogen, erinnerte die Moderatorin. „Natürlich hören wir uns das an“, er nehme die Holocaust-Überlebenden sehr ernst, erklärte Baumann und fügte hinzu, man müsse sich jedoch um die Lösung der jetzigen Probleme kümmern. Die Warnungen der Holocaust-Überlebenden seien für ihn also „ein Nebensatz“, schlussfolgerte Maischberger.
Ob sich zwischen CDU und AfD nicht doch politische Bande entspinnen könnten, stellte Maischberger an anderer Stelle erneut auf die Probe. Was die Christdemokraten davon abhalte, die AfD als regierungsfähig anzusehen, wollte sie von Amthor wissen. Schließlich regierten in Ländern wie Italien, Schweden oder den Niederlanden rechte Schwesterparteien der AfD. Vielen ihrer europäischen Partnerparteien sei die AfD „zu radikal und zu peinlich“, antwortete Amthor und holte zum persönlichen Verbalschlag gegen Baumann aus.
„Sie geben hier immer den lammfrommen Bürgerlichen, wo sind sie eigentlich falsch abgebogen, dass ihnen das nicht unangenehm ist, mit so einem Typen wie Höcke zusammen Politik zu machen?“, schoss der CDU-Mann. Wer in einer KZ-Gedenkstätte Hausverbot habe, sollte in Deutschland keine Verantwortung übernehmen, fügte er hinzu.
Baumann ließ das nicht auf sich sitzen. „Unterste Schublade“, fand er Amthors Verbalschlag und unterstellte ihm, er habe „nichts als Hülsen.“ Als die AfD in der Vergangenheit Anträge zur Begrenzung der Migration eingebracht habe, sei die CDU über sie hergefallen und habe sie „rechtsradikal und extrem“ genannt, so der AfD-Mann. Jetzt habe die Union diese Anträge selbst übernommen. „Wen sie für rechtsextrem halten, hat keine Bedeutung“, so seine Schlussfolgerung.