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Home » Pfiffe für VW-Vorstand – „Volkswagen gehört auch uns“
Wirtschaft

Pfiffe für VW-Vorstand – „Volkswagen gehört auch uns“

By zeit-heute.deAugust 26, 20262 Mins Read
Pfiffe für VW-Vorstand – „Volkswagen gehört auch uns“
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Es ist, als hielte eine Stadt gespannt die Luft an. Kommt jetzt der große Knall?

Buhrufe und Pfiffe für VW-Vorstand

Um 9.30 Uhr ist es dann plötzlich wie ausgestorben. Wo sich eben noch Volkswagen an Volkswagen reihte, ist die Straße leer. In Halle 11 startet die Betriebsversammlung. Medien sind nicht zugelassen. Es gibt nicht ausreichend Platz für alle, einige müssen deshalb vor der Halle die Versammlung auf Bildschirmen verfolgen. Drinnen soll es dann sehr zur Sache gegangen sein, wie Teilnehmer später berichten. Als der Vorstand um Oliver Blume auf der Bühne erschien, habe es „Buhrufe und Pfiffe“ gehagelt, erzählt ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall nach der Versammlung. In der Halle hätten Vertrauensleute, die sich in einer 60 Meter langen Schlange vor der Konzernführung aufgestellt hatten, Plakate in die Höhe gehalten: „Unsere Jobs sind nicht Eure Bilanzkorrektur“, stand auf einem; „Wölfe sind Rudeltiere“, auf einem anderen in Anspielung auf den Heimatort.

Blumes Erklärungen fielen laut einer Mitteilung des Konzernbetriebsrats dürftig aus. Er habe kaum etwas gesagt, was nicht schon medial verbreitet wurde, erzählt ein Betriebsrat. Nur die Info, dass etwa die Hälfte der 50.000 zu streichenden Stellen auf Deutschland entfallen solle, sei neu gewesen. „Sämtliche relevanten Informationen darüber, was der vom Vorstand vorangetriebene zusätzliche Personalabbau konkret für Marken und Gesellschaften und auch für das Stammwerk heißen soll, fehlen weiterhin“, so der Betriebsrat.

VW-Betriebsrat geht Vorstand hart an

Während Blume ausgebuht und ausgepfiffen wurde, gab es laut Teilnehmern „tosenden Applaus“ für die Ausführungen von Daniela Cavallo, der Betriebsratschefin bei VW. Sie teilte Blume unmissverständlich mit, was die Beschäftigten mittlerweile von ihm halten: „Mit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, lässt sich nicht arbeiten.“ Sie kritisierte die fehlenden Details zum geplanten Stellenabbau, der „vielleicht an der Börse gut ankommt“, aber vor der Belegschaft erklärungsbedürftig sei. Antworten auf drängende Fragen – wie, wo, wann und wer – fehlten. „Nein, das alles sagt man uns nicht. Aber man sagt: 50.000 wären es ‚ohne Veränderung der Arbeitskosten'“, so Cavallo weiter. Das bedeute eigentlich: „Liebe Beschäftigte, wenn Ihr es für die Hälfte der Bezahlung macht, wollen wir nur 25.000 rausschmeißen.“

Cavallo soll dem VW-Chef einen harten Kampf angekündigt haben: „Volkswagen gehört wegen seiner Geschichte auch uns, den Beschäftigten.“ Man habe ein Anrecht auf gute Arbeitsplätze, auf Perspektiven und Standortregionen. Auch dafür soll es langen Applaus gegeben haben.

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