Auf Flug von der Türkei nach Düsseldorf

Passagier ohrfeigt Stewardess – und beruft sich auf Scharia


17.07.2026 – 09:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Nach einem Vorfall auf einem Flug von Turkish Airlines wird wegen Körperverletzung ermittelt. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Sabine Gudath)

Ein Mann will im Flugzeug nicht neben einer Frau sitzen. Als eine Flugbegleiterin ihn darauf anspricht, schlägt er ihr ins Gesicht.

Auf einem Flug von der Türkei nach Düsseldorf soll ein Passagier eine Flugbegleiterin geohrfeigt haben. Der Mann soll sich geweigert haben, neben einer Frau zu sitzen, und sich dabei auf die Scharia berufen haben. Die Polizei Düsseldorf ermittelt wegen Körperverletzung, wie die „Bild“-Zeitung berichtet.

Zu dem Vorfall war es demnach bereits am 1. Juni gegen 6 Uhr an Bord einer Maschine von Turkish Airlines gekommen. Nach der Landung am Flughafen Düsseldorf rückte die Bundespolizei aus, um eine Anzeige wegen Körperverletzung aufzunehmen.

  • „Was willst du?“: Zehn Männer provozieren Polizeieinsatz in Freibad
  • Deutsche Bahn: Zug-Chef stoppt ICE von Sylt nach Berlin – wegen Klopapier

Ein Polizeisprecher sagte der „Bild“: „Laut ersten Zeugenaussagen habe der Mann sich auf die Scharia berufen und lehnte es ab, neben einer Frau zu sitzen.“ Als die Flugbegleiterin ihn darauf ansprach, soll er sie geohrfeigt haben.

Die Scharia ist das islamische Recht und ein religiöser Leitfaden für Muslime. Sie regelt sowohl spirituelle Pflichten wie das Gebet als auch das alltägliche Zusammenleben im Familien-, Wirtschafts- und Strafrecht. Da sie keine starre Gesetzessammlung ist, wird sie von verschiedenen Rechtsschulen unterschiedlich ausgelegt – von moralischen Leitlinien bis hin zur strengen staatlichen Rechtsprechung.

Bei dem Beschuldigten soll es sich um einen 29-jährigen Deutschen aus dem Ruhrgebiet mit türkischem Migrationshintergrund handeln. Gegenüber den Beamten der Bundespolizei soll er die Tat eingeräumt haben. Die Bundespolizei gab die Strafanzeige inzwischen an die Polizei Düsseldorf ab, die nun die weiteren Ermittlungen führen wird.

Share.
Die mobile Version verlassen