Keine SoFi-Brille mehr bekommen?

So können Sie die Sonnenfinsternis ohne Augenschäden beobachten


12.08.2026 – 20:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Sonnenfinsternis-Brille: In vielen Geschäften ist sie kurz vor dem Himmelsspektakel ausverkauft. (Quelle: David Marfil/getty-images-bilder)

Die Sonnenfinsternis steht bevor, doch eine Schutzbrille ist nirgends mehr aufzutreiben? Mit erstaunlich einfachen Dingen aus dem Haushalt lässt sich das Himmelsschauspiel dennoch verfolgen.

Am heutigen Mittwoch (12. August) schiebt sich der Mond am Abend vor die Sonne und verdeckt sie von Deutschland aus je nach Region bis zu 90 Prozent. Eine Sonnenfinsternis gehört zu den beeindruckendsten Himmelsereignissen überhaupt. Wer das Spektakel ungeschützt beobachtet, riskiert jedoch schwere und teils bleibende Schäden an den Augen, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Die gute Nachricht: Die Sonnenfinsternis lässt sich nicht nur mit einer speziellen Sonnenfinsternis-Brille sicher beobachten. Die lässt sich daran erkennen, dass sie nach der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 („Filter für die direkte Beobachtung der Sonne“) zertifiziert ist. Denn diese Brillen sind vielerorts bereits ausverkauft.

(Quelle: t-online/ak)

Sonnenfinsternis beobachten: sichere Alternativen zur Spezialbrille

Statt direkt zur Sonne zu schauen, können Beobachter ihr Bild mit etwas Papier, Alufolie oder sogar einem Küchensieb auf eine Fläche projizieren. Das Grundprinzip ist immer dasselbe: Das Sonnenlicht fällt durch eine kleine Öffnung und erzeugt dahinter ein Abbild der Sonne.

  • Ein Blatt Papier reicht schon: Stechen Sie mit einer Nadel ein kleines Loch in festes Papier oder dünnen Karton. Wer nur dünnes Papier zu Hand hat, kann in der Mitte einen Teil herausschneiden und Alufolie an die Stelle kleben. So verhindern Sie, dass um das Loch herum zu viel Licht durch das dünne Papier strahlt. Stellen Sie sich nun mit dem Rücken zur Sonne und halten Sie das Blatt so, dass das Licht durch die Öffnung auf eine helle Fläche fällt, etwa eine Hauswand. Dort erscheint nach dem Prinzip einer Lochkamera ein kleines Abbild der Sonne, an dem sich die Finsternis sicher verfolgen lässt. Alternativ können Sie ein zweites weißes Blatt Papier so in der Hand halten, dass das Licht durch die Öffnung darauf fällt. Eine genaue Anleitung hat die Weltraumbehörde Nasa auf ihrer Homepage publiziert.
  • Selbstgebastelte Lochkamera: Wer das Himmelschauspiel sicher beobachten will, kann dies auch mithilfe einer leicht zu bauenden Lochkamera (Camera obscura) tun. Mit einer solchen beobachten Sie die Sonne nicht direkt, sondern das Abbild der Sonne, auf dem Kopf stehend und seitenverkehrt. Eine Anleitung, wie man diese selbst baut, finden Sie hier.
  • Eindrucksvolles Lichtspiel mit dem Nudelsieb: Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Sonne und halten Sie das Sieb so, dass sein Schatten auf eine helle Fläche fällt. Durch die vielen kleinen Öffnungen entstehen dort zahlreiche Abbilder der teilweise verdeckten Sonne – nach demselben Prinzip wie bei einer Lochkamera.

Wichtig

Wichtig ist dabei, Projektion und Augenschutz nicht zu verwechseln. Durch das Loch im Papier oder durch ein Sieb darf man keinesfalls direkt in die Sonne blicken. Auch eine normale Sonnenbrille oder die Linsen von Teleskopen oder Kameras schützen die Augen nicht ausreichend.

  • Newsblog zur Sonnenfinsternis: An diesem Ort ist die Sonnenfinsternis schon zu sehen
  • Im Schatten des Mondes: Drei Arten von Sonnenfinsternis – die Unterschiede

Diese „Schutzmittel“ sind nicht geeignet

Vor anderen Schutzmitteln der Marke Eigenbau wird indes dringend abgeraten. „Normale Sonnenbrillen, rußgeschwärzte Gläser, CDs, Rettungsdecken, Röntgenfilme, selbstgebaute Filter oder das Zukneifen der Augen bieten bei Weitem keinen ausreichenden Schutz“, warnt der Berufsverband der Augenärzte (BVA). Wer zudem das Schauspiel mittels Fernglas, Teleskop oder Kamera beobachten will, benötige mehr als eine einfache Sonnenfinsternis-Brille. Hier werden im Fachhandel spezielle Filteraufsätze und Folien angeboten, die am entsprechenden Gerät angebracht werden müssen.


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