Polizei prüft Bekennerschreiben

Sabotage-Versuch an Umspannwerk in NRW


Aktualisiert am 04.09.2026 – 03:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Kriminaltechniker arbeiten am Umspannwerk in Dormagen. Ein Spaziergänger hat einen verdächtigen Gegenstand an einem Umspannwerk entdeckt. (Quelle: Alexander Franz/dpa/dpa-bilder)

Polizeieinsatz an einem Umspannwerk in Dormagen: Ein Gegenstand wird untersucht. In Brandenburg ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf geht die Polizei von einem Sabotagedelikt aus. Den Ermittlern liege ein Bekennerschreiben vor, sagte ein Sprecher der Polizei Köln.

Ein Spaziergänger hatte den Gegenstand in einem Feld an einem Umspannwerk gegen 18 Uhr entdeckt. Es könne sich um eine Abschussvorrichtung für Raketen handeln, hatte eine Polizeisprecherin am späten Abend mitgeteilt. Das sei aber bisher nicht sicher. Der Gegenstand wurde von Experten untersucht, um zu klären, ob er für eine Attacke auf die Stromversorgung geeignet war. Der Gegenstand habe offenbar nichts ausgelöst und es habe keinen Stromausfall gegeben, hieß es von der Polizei.

Einsatz in Dormagen: Ein verdächtiger Gegenstand wurde gefunden. (Quelle: dpa)

Nach Informationen des WDR fahndet die Polizei nach einem Mann aus dem Raum Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis. Er soll das Bekennerschreiben unterschrieben haben. Mit seiner Aktion wolle er gegen die fossile Energieindustrie vorgehen. Dem Bericht zufolge benannte er weitere mögliche Tatorte.

Die Polizei wolle deshalb auch an Umspannwerken in Weisweiler nahe Aachen und im Raum Dormagen nach Abschussvorrichtungen oder anderen verdächtigen Gegenständen suchen. Das Bekennerschreiben wird auf Echtheit geprüft.

Weitere Sabotageakte in NRW und in Brandenburg

Vor zwei Tagen war es an einem Umspannwerk in Bergheim westlich von Köln zu einer Attacke auf ein Umspannwerk gekommen. Auch dort waren mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt worden. Einen ähnlichen Vorfall gab es in Brandenburg. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.

Ob sie mit der Fahndung nach dem Vorfall in Dormagen in Verbindung stehen, ist nicht bekannt. „Bild“ berichtete, dass an den Bausätzen in Dormagen Zeitschaltuhren und Kupferdrähte befestigt gewesen sein sollen. Die Vorrichtungen sollen denen, die in Bergheim und Jänschwalde in Brandenburg gefunden worden, ähneln.

Auch in Südbrandenburg prüft die Brandenburger Polizei ein Bekennerschreiben. „Die Polizei Brandenburg wurde heute über ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag in Turnow-Preilack informiert“, schrieb eine Sprecherin der Polizei am Donnerstagabend. Die Authentizität des Schreibens sei Gegenstand weiterer Ermittlungen und könne zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden. Weitere Angaben machte die Sprecherin nicht.

Der Ermittlungseinsatz am Umspannwerk in Turnow-Preilack war am Vormittag fortgesetzt worden. Dabei war es zu Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Die Landesstraße 50 war für einige Stunden erneut gesperrt worden. Am Mittag kam dann die Mitteilung der Polizei: „Die Einsatzmaßnahmen vor Ort sind beendet.“

Share.
Die mobile Version verlassen