In einem Dekret bestätigte der Vatikan am Donnerstag die Exkommunikation von sechs Bischöfen: des spanischen Bischofs Alfonso de Galarreta, der die Weihe ausführte, und der neuen Bischöfe Pascal Schreiber (Schweiz), Michael Goldade (USA) sowie Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier (beide Frankreich). Auch Bischof Bernard Fellay (Schweiz) ist betroffen.
Zugleich stellte der Vatikan klar, dass sich nach der Weihe alle Kleriker der Bruderschaft „im Schisma befinden und daher als Schismatiker zu betrachten sind“. Auch sie unterliegen damit der im Kirchenrecht vorgesehenen Exkommunikation. Die Behörde für Glaubenslehre sprach gleichzeitig eine Warnung an all jene aus, die sich den Schismatikern anschließen.
Deutscher Kardinal unterstützt den Papst
Unterstützung für die Entscheidung zur schweren Kirchenstrafe signalisierten bereits im Vorfeld mehrere Kirchenmänner. Der deutsche Kardinal Gerhard Müller sagte dem „Corriere della Sera“: „Der Papst muss sie exkommunizieren, die Exkommunikation ist automatisch.“ Die Piusbrüder seien fixiert und folgten ihrer Ideologie, ihr Einlenken sei von vornherein ausgeschlossen gewesen.
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin – die Nummer zwei im Vatikan – sagte nach der Weihe, die Aktion der Piusbrüder sei ein großer Schmerz, „weil ein solcher Akt die Einheit der Kirche tief verletzt“. Er fügte aber auch hinzu: „Meine Hoffnung ist, dass trotz dessen, was geschehen ist, der Dialog wieder aufgenommen werden und eine Lösung gefunden werden kann.“
Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. – so der offizielle Name der Glaubensgemeinschaft – und dem Vatikan. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre. Konkret geht es darum, dass die Piusbrüder bis heute zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ablehnen.
Dieses wichtige Konzil veränderte unter anderem die Beziehungen zu anderen Christen, Juden und weiteren Religionen sowie zur Laienwelt grundlegend und erlaubte zudem die Feier der Messe in Landessprachen statt auf Latein.
Bereits 1988 hatte Lefebvre gegen den Willen von Papst Johannes Paul II. vier Bischöfe geweiht. Er und die neu geweihten Bischöfe wurden daraufhin exkommuniziert. Papst Benedikt XVI. hob die schwere Kirchenstrafe 2009 aber als Zeichen der Versöhnung wieder auf. Die Entscheidung des deutschen Papstes löste damals weltweit Kritik aus, weil unter den damals geweihten vier Bischöfen auch der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson war.












